Bloggen lebt. (hoffentlich!)

Okay, gelogen. Eigentlich ist das Bloggen tot, weil wir uns alle halbe Jahr auf einer neuen Plattform versammeln wie die Lemminge, um dort den neuen heißen Scheiß abzufeiern (und uns gleich mit). Wobei: irgendwann hat man das Alter, dass man nicht mehr alles mitmachen muss. Nach Instagram war ich raus und habe bisher den Versuchungen, die sich seither immer wieder einem ungestörten Twitter-Instagram-eventuell-noch-Bloggen-Vergnügen in den Weg stellen wollten, widerstanden. Weil: Splitterungen. Es gehen immer weniger Leute mit, ich sehe den Sinn dahinter nicht, ich mag meine Filterblase bei Twitter und Instagram. Facebook ist eher noch Beiwerk, bisschen Ergänzung, viel beruflich, aber selten so richtig privat.

Und dann liegt hier immer noch ein Blog herum, selten genutzt in den letzten Monaten und Jahren, und immer wieder auch mit dem Wunsch, es einfach plattzumachen oder woanders neu anzufangen oder einfach hier, man weiß es nicht. Ich bewundere Leute, die mehrmals pro Woche bloggen, einfach so, hau raus die Texte, das ist großartig. Das ist nur überhaupt nicht meins; meine Blogeinträge brauchen ein gutes, klares Thema, und da fängt es ja schon an.

Worüber könnte ich schreiben? Die Schriftstellerei, das ewig quälend’ Ding? Die Trauerarbeit, die immer noch und an manchen Tagen unmenschlich anstrengend ist, die aber ihre Leichtigkeit gefunden hat in manch anderer Situation? Das Wollbusiness, das ich neben der Schriftstellerei betreibe? Die Zweifel an allem, was ich anpacke? (Das will nun wirklich keiner lesen!) Ziele und Wünsche, Veränderungen, all die kleinen Alltagsdinge? Passt so viel in ein Blog? Will ich das überhaupt? Reicht mir nicht als Chronistin meiner selbst, was ich in den letzten Jahren täglich am Abend in dem Moleskine-Kalender notiere? Brauche ich mehr? Und wenn ich das brauche – wieso?

Man könnte natürlich einfach machen und nicht ständig alles hinterfragen. Aber das – nun, das wäre vermutlich zu einfach.

Also, wohin mit mir? Bin ich eine Omnivore-Bloggerin, habe ich ein großes Thema, mehrere kleine – oder sollte ich einfach aufhören, mir über so was Gedanken zu machen und schreiben, was mir in den Sinn kommt? Ohne Konzept ist vielleicht auch ganz nett …

Oh, so tired … (1)

Ich bin auch selbst schuld. Oder nein, anders.

Gestern war Super Sunday, und das heißt für uns seit ein paar Jahren: die halbe Nacht durchmachen, Superbowl gucken. In den letzten Jahren bin ich gern vor dem vierten Quarter völlig erledigt ins Bett gewankt, diesmal habe ich (wir waren beide erstaunt) durchgehalten bis zum Schluss. Auch wenn ich mit dem Ergebnis nicht so richtig einverstanden bin, ich mag nämlich Cam Newton doch irgendwie gern. Geht aber schon auch in Ordnung, kriegt Peyton Manning seinen zweiten Ring und sieht an Weihnachten im familieninternen Ringvergleich nicht mehr ganz so abgefuckt aus neben Brüderchen Eli.

Halb fünf im Bett wäre auch nicht so schlimm, wenn der Wecker nicht gnadenlos um halb acht loslärmen würde, weil der Liebste am Morgen einen nicht verschiebbaren beruflichen Termin hatte. Natürlich konnte ich danach nicht weiterschlafen, sondern kämpfte mich durch den Vormittag. Schreiben, Mails, Korrekturfahne. Letzteres zieht sich immer ewig, eeeeeewig, aber irgendwann werde ich auch das erledigt haben. Hoffe ich zumindest.

Den Nachmittag habe ich mit Schlaf nachholen verbracht. Oder es zumindest versucht. Ich denke dann oft an diese Übermenschmaschinen, die alle vier Stunden für zwanzig Minuten schlafen (und denen das nach gewissem Training tatsächlich reicht). Ich könnt das nicht.

Und jetzt sitze ich hier, immer noch hundemüde. Heute werde ich nicht alt, aber zum Glück muss ich das auch nicht. Obwohl mir beim Anblick der morgigen 2Do schon wieder leicht blümerant wird. So viel, so stressig! Das Zerrissenfühlen zwischen fünf Projekten in verschiedenen Stadien macht mich ganz wirr im Kopf, das trägt natürlich zur Müdigkeit bei.

Vielleicht einer der Tage, an denen man früh die Segel streicht. Weil nicht immer alles sein muss. Und weil morgen auch nicht gerade ein Spaziergang wird.

Gute Vorsätze? Dinge geregelt kriegen mit 2Do.

IMG_0614Sagen wir’s mal so – nicht unbedingt verbunden mit dem neuen Jahr, wohl aber verbunden mit dem Wunsch, mir selbst näher zu sein, meinen Bedürfnissen entgegen zu kommen und daraus resultierend (so die Hoffnung) einfach besser zurechtzukommen, habe ich mir überlegt, einige Dinge anders zu machen. Ich habe schon im November und Dezember angefangen und mir überlegt, was ich gerne wie ändern möchte, und wozu habe ich ein Blog, wenn ich dort nicht auch nachhalte, wie sich meine Ziele und Wünsche umsetzen lassen?

Erste Erkenntnis von allen war: ich bin ein Listenmensch. Ich brauche jeden Tag eine 2Do, auf der ich all die kleinen und großen Dinge notiere, die erledigt werden müssen – und auf der ich dann eben auch abhake, wenn etwas geschafft ist. Das tut mir gut, und ich habe dann abends, wenn ich auf all die großen und vielen, vielen kleinen Dinge schaue, die ich geschafft habe, ein gutes Gefühl. Das ist wie eine allabendliche Zeremonie zum Runterkommen – 2Do sichten, nicht Geschafftes auf den kommenden Tag (oder später) verschieben, mich freuen, weil manche Dinge eben erledigt sind, von denen ich vielleicht nicht dachte, dass ich sie schaffe. Das ist schon toll. Vor allem der “nervige” Kleinkram, der sich ansammelt und teilweise gar nicht so nervig ist, löst sich in Wohlgefallen auf, wenn ich ihn abhaken kann.

Was mir lange Probleme bereitete, war der Ort für die 2Do. Ich bin ein iPhone-Junkie. Mein iPhone ist für mich Verbindung zur Außenwelt (Twitter, Instagram), oft Fotoknipse, Mailprogramm, Musikbibliothek, Daddelmaschinchen, Nachrichtensender, Chatroom (Threema, Whatsapp, etc.), Shophandy und zugleich nervtötender, brummender Zeiträuber. Das erste Buch, das ich 2016 las (in einem Rutsch und zwei Tagen) war Digitaler Burnout von Alexander Markowetz. Der Autor hat eine vielbeachtete Studie zum Thema Smartphone-Nutzungsverhalten geschrieben. Im ersten Moment wollte ich mich ein klitzekleines Bisschen über das Buch ärgern, weil es keine konkreten Handlungsvorschläge hatte, um den eigenen Smartphone-Konsum einzuschränken. Bis ich auf den Trichter kam, dass er das ganz bewusst nicht macht, denn natürlich liegt es in der Verantwortung des Einzelnen, wie er mit diesem Thema umgeht und es umsetzt. Insofern gefiel es mir, je länger ich es sacken ließ, umso besser.

Leider kann ich das Handy zumindest tagsüber nicht abschalten, denn dann dient es als Shophandy, und ich will möglichst gut für meine Kundinnen erreichbar sein. Das federe ich aber durch Geschäftszeiten ab, wobei ich es auch mittags für eine Stunde stumm schalte.

Zurück aber zum Problem, wohin mit der 2Do? Denn die hätte ich – Smartphonejunkie as Smartphonejunkie can – früher wie selbstverständlich in einer App wie z.B. Wunderlist angelegt. Ich liebe Wunderlist, aber eher im Zusammenhang der Arbeit mit anderen, weil man dort Aufgaben zuweisen, Stichtage setzen und so vieles mehr kann. Jedes Mal, wenn mir eine Idee für ein 2Do kommt, die App zu starten (egal ob auf dem Smartphone oder auf dem Macbook) war mir oft zu umständlich und ich ertappte mich dabei, wie ich auf diesem Weg direkt in Richtung Internet, Nachrichtenportale, Twitter etc. abbog, weil ich ja das Smartphone “eh gerade in der Hand” habe. Das funktioniert also nicht.

Und darum gibt’s bei mir die 2Do-Listen wieder ganz und gar old-fashioned in Papierform. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde, man schreibt ja viel zu wenig mit der Hand. Obwohl ich ein Journal führe (dazu vll später mehr, da ich es in der Form jetzt im dritten Jahr führe, kann ich gerne mal davon erzählen), Einkaufszettel usw. schreibe, bin ich mit dem, was ich von Hand schreibe, unzufrieden. Zu wenig! Zu selten! Denn irgendwas macht es mit meinem Hirn, wenn ich von Hand schreibe (ich weiß nur nicht, was …). Jedenfalls: 2Do jetzt immer von Hand. Praktischerweise habe ich den Diary Planner von Leonie Dawson, in den ich für jeden Tag elf Punkte notieren kann. Und mal ehrlich: elf Punkte erledigen, das ist ja mal der Wahnsinn, oder?

Interessanterweise ist nach der ersten Woche die 2Do immer voll. Okay, einiges schiebe ich auch vor mir her, das blockiert dann jeden Tag aufs Neue die Spalte. Aber zumindest 8-9 Punkte schaffe ich, von so kleinen wie “Theaterkarten bestellen” (endlich!), “Kaffeemaschine entkalken”, “bloggen” oder “Weihnachtsdeko wegräumen” bis zu solchen 2Do-Riesen wie “15 Seiten übersetzen” oder “Shopversand”. Ich kriege die Dinge geregelt. Oder anders formuliert: zumindest in dieser ersten Woche bekam ich die Dinge geregelt, wenn ich sie aufschrieb.

Ich werde weiter berichten. Wenn es den Neujahrsvorsatz “Dinge geregelt bekommen” gibt, habe ich jedenfalls schon einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht, denn das klappt gerade erstaunlich gut.

WMDEDGT – Januar 2016

Ich jetzt auch! Die Aktion kommt ursprünglich von Frau Bruellen, und es geht einfach darum, den 5. eines Monats zu rekapitulieren.

Here we go!

Ich wache vor dem Weckerklingeln des Liebsten auf, und das ist um halb acht. Natürlich trotzdem noch müde, aber was soll’s. Mit Kindle, Orangensaft und meinen Pilleken geht’s aufs Sofa, wo ich sogar noch mal eindöse, bis der Liebste um viertel vor neun die Treppe runterkommt. Ich verabschiede ihn zur Arbeit, koche mir einen Kaffee ohne Fufu und lese noch ein bisschen auf dem Sofa. Ja, und schlafe auch wieder dabei ein, aber ich hab gestern Abend bis viertel nach zehn gearbeitet, ich finde, da darf man das.

Zwischendurch schrecke ich auf, weil der Schnee vom steilen Dach poltert und auf die Terrasse knallt. Kurz nach zehn beginnt auch mein Arbeitstag: Wolle für den Versand raussuchen. In den letzten zwei Wochen wurde eifrig bestellt, es ist also *viel*, kaum zu schaffen in dem Zeitfenster, das ich mir gesetzt habe. Außerdem tun mir schon wieder die Augen weh. Die Brille vertrage ich wirklich nicht permanent, aber die letzte Monatslinse rechts riss mir nach nicht mal einer Woche und darum bin ich seit Silvester nur mit Brille unterwegs (und darob schwer genervt, aber je nu). Darum mache ich zwischendrin Pause. Was auch muss, denn wenn ich die Brille absetze, sehe ich gar nichts. Also *GAR GAR* nichts.

Kurz vor zwölf rufe ich den Liebsten an, wir sind zu einem Mittagstermin verabredet. Alle Sachen in die Tasche werfen, aus dem Haus galoppieren und zu seiner Arbeitsstätte fahren. Alle Ampeln werden grün, als sie mich kommen sehen, das finde ich (a) wunderbar und ist (b) ein Wunder; in dieser Stadt hüpft man sonst immer von einer roten Ampel zur nächsten.

Der Liebste übernimmt das Steuer. Nicht nur, weil ich beim Autofahren so fluche, sondern auch, weil das nachweislich meinen Blutdruck in die Höhe jagt, wenn ich selber fahre. Ich schimpfe ja auch mit den anderen Verkehrsteilnehmern. Wir kommen pünktlich zum Termin an, dort werden wir schon erwartet. Anders als gestern, als ich ewig warten musste und danach wütend war wie Rumpelstilzchen (BLutdruck, Blutdruck!), werden wir diesmal gewohnt herzlich begrüßt. Der Termin vergeht wie im Flug, wir machen danach den nächsten aus und gehen nebenan im Supermarkt noch ein paar Kleinigkeiten kaufen. Es geht zurück nach Hause, wo ich als Mittagessen Brötchen schmiere und wir ein bisschen bei DMAX kleben bleiben (“Haus gesucht in den Rocky Mountains” – ich würd’ ja keins von denen wollen, aber je nu …). Anschließend bin ich müde. Und wer müde ist, darf schlafen, also geht’s um viertel nach zwei ins Bett.

Um kurz vor vier stehe ich auf. In meiner Abwesenheit gab es einen Kundenanruf auf dem Handy. Ich rufe zurück und verabrede mit der Kundin, dass sie morgen Mittag vorbeikommt. Dann suche ich die restliche Wolle raus. Am Ende sind es vier große Samla-Kisten voll mit Wollschätzen für meine Kundinnen – hach! Das wird eine Freude, sie in raschelndes Seidenpapier zu verpacken!

Bis zum Abendessen versuche ich dann noch, ein, zwei Pomodori zu übersetzen, aber ich merke schnell, dass der Akku nicht so voll ist und meine 2Do mich heute umbringt, wenn ich nicht vernünftig bin. Also lese ich ein bisschen, bevor ich dann gegen viertel vor sieben das Abendessen koche: Frikadellen, Sahnewirsing und Kartoffelpüree. Danach räume ich die Küche auf, wir gucken die neue Simpsonsfolge und im Anschluss die letzten beiden Folgen von “Das verschwundene Zimmer” (ja, ja, very late adopter, aber das hat schon Spaß gemacht …). Und dann ist der Tag auch schon fast vorbei … Ich gehe noch mal die 2Do für morgen durch und streiche einiges, das ich definitiv nicht schaffen werde bzw. verschiebe es auf Donnerstag. Oder, um es mit Scarlett O’Hara zu sagen: “Morgen ist auch noch ein Tag!”

Jahresrückblick 2015

Okay, okay, das ist in der Geschichte dieses Blogs noch nie passiert. Ich schreibe den Jahresrückblick im neuen Jahr und nicht im alten. Aber müssen muss das schon, Traditionen und so. Here we go!

Zugenommen oder abgenommen?
Ich hab ja keine funktionierende Waage hier zu Hause, das finde ich sehr angenehm, nach wie vor. Ich steige nur außer Haus gelegentlich drauf, und da muss ich zugeben: okay, das sind zum Jahresende so zwei, drei Kilo mehr geworden. Ist aber nicht schlimm.

Haare länger oder kürzer?
Sie sind lang, sie bleiben lang. Ich wurde entgegen anderslautender Androhungen vom nachschwangerschaftlichen Haarausfall verschont, deshalb ist die Mähne unverändert dicht. Ich mag meine Haare, sagte ich das schon mal?

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Am Silvestermorgen stand ich beim Optiker und bestellte Kontaktlinsen. Eigentlich hätte ich da auch mal wieder messen lassen können, aber. Egal; das hole ich dann im Sommer nach, wenn der Satz Monatslinsen aufgebraucht ist.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Gespürt schon wieder weniger, weil ich meine Buchkaufsucht ziemlich gut in den Griff bekommen habe inzwischen – gekauft wird nur noch eins zur Zeit (nämlich das, welches man sofort als nächstes lesen möchte), für akute Notfälle gibt’s immer noch das Lesegerät (und für Sachbücher).

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr! Wobei das in der zweiten Jahreshälfte auch wieder nachließ, aber ich bleibe dran und möchte das Bewegungsprogramm definitiv wieder aufbauen/ausbauen: schwimmen, Yoga, Spaziergänge. Im Moment für mich ideal.

Der hirnrissigste Plan
Rückblickend war das alles gar nicht hirnrissig. Zu sehr Planer inzwischen, will mir scheinen.

Die gefährlichste Unternehmung
Schnell mal am Bett vorbei ins Badezimmer wutschen, um dort irgendwas zu holen. Ohne Puschen an den Füßen! Das Bett machte einen kleinen Satz, der kleine Zeh vom rechten Fuß knirschte und knackte sehr unfein, und schon hatte ich in der Lotterie der Sportverletzungen die mit Abstand peinlichste gewonnen: kleiner Zeh angebrochen, vier Wochen Dachziegelverband, davon vier, fünf Tage echt fiese Schmerzen.
Sei vorsichtig, du Bett! Ich lass dich nicht aus den Augen! (Und geh jetzt immer ganz behutsam vorbei …)

Die teuerste Anschaffung
Der Herbst war dann doch erstaunlich teuer, aber das haben wir auch gewuppt, das war’s definitiv wert.

Das leckerste Essen
Der Fisch im KDW. Die können da Rinderfilet vom allerallerallerfeinsten, und das Lamm ist auch hervorragend, aber diesen Herbst gönnte ich mir dann mal einer Eingebung folgend den Fisch und – waaaah! Himmel, ich ess da nie wieder Fleisch!

Das beeindruckendste Buch
Amanda Palmer, The Art of Asking. Das hat mich sehr dort abgeholt, wo ich stand und selbst nicht wusste, was ich wollte und ob das, was ich wollte, überhaupt irgendwann und irgendwie möglich ist. Großartiges, wundervolles Buch!
Und überhaupt: viel mehr gelesen dieses Jahr. Stephen King und ich haben nach über zwanzig Jahren Pause ein Revival erlebt, nach “Das Leben und das Schreiben” wollte ich definitiv noch mehr von ihm haben, und schwupps, habe ich auch “Revival”, “Mr. Mercedes”, “Finderlohn” und “Joyland” gelesen. Bis auf Letzteres waren die allesamt sehr, sehr toll.

Der ergreifendste Film
Hm, hm, hm. Schwierig … Besonders ergreifend jetzt nicht, aber ein guter Abschluss war Mockingjay 2. Zum Glück viel mehr Kino dieses Jahr, das war schon cool.

Die beste CD/
Leider kaufe ich keine CDs, ich höre sie auch selten im Zusammenhang inzwischen. Schade eigentlich – früher hab ich das geliebt. Vielleicht bietet 2016 da mehr?

Das schönste Konzert
Keine Konzerte dieses Jahr …

Die meiste Zeit verbracht mit …
Mir selbst. Den ganzen Tag allein arbeiten, das war auch 2015 eine Herausforderung, der ich mich stellen musste, die mir viel abverlangt hat – vor allem in den ersten, dunklen Monaten, in denen die Trauer noch über mir hing. Und dann natürlich mit dem Liebsten, da gab es viele wunderschöne Momente.

Die schönste Zeit verbracht mit …
Dem Liebsten. Stellvertretend der Wikingermama für die vielen, wunderbaren Freunden, die immer da sind, wenn ich sie wirklich brauche.

Vorherrschendes Gefühl 2015
Schwierig zu benennen … Angst vielleicht. So eine zarte, unterschwellige mit vielen Gesichtern, die sich nicht vertreiben ließ. Inzwischen lade ich sie zu mir aufs Sofa ein. Wir kommen klar, die Angst und ich. Bangemachen gilt nämlich immer noch nicht.
(Und als ich noch mal lese, denke ich, dass Hoffnung doch viel besser passt. Zumindest gingen die beiden dieses Jahr immer Hand in Hand, und Hoffnung klingt doch viel, viel positiver …)

2015 zum ersten Mal getan
Einen Grabstein bestellt.

2015 nach langer Zeit wieder getan
Einen ganzen Tag im Zoo verbracht, bis die Füße rund und wund gelaufen waren.
Ein Buch geschrieben, von vorne bis hinten.

Worauf ich gut hätte verzichten können
Die dunklen Stunden, den Schmerz, die Tränen.
Den gebrochenen Zeh, der so unpassend kam wie nur was.
Die körperlichen Nebenwirkungen irgendwelcher Behandlungen und Medikamente.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte
Hm, schwierig … Ich glaube, so richtig *überzeugend*-überzeugend war ich dieses Jahr nicht. Weil ich vieles auf sich beruhen lasse, weil ich in vielen Dingen einfach mehr Gelassenheit an den Tag lege und weil ich besser loslassen kann. Im Loslassen war ich dafür dieses Jahr ziemlich gut.

Die wichtigste Sache, von der mich jemand überzeugen wollte
Wir machen das, weil das unsere beste Chance ist. (Der Liebste. Er hat mich überzeugt und was soll ich sagen? <3!)

2015 war mit einem Wort:
Versöhnlich

Montag.

Nicht der Montag ist scheiße, sondern eure Jobs!

Erklärt vielleicht, warum ich kein Problem mit dem Montag an sich habe. Ich arbeite ja auch am Wochenende zwischendurch mal ein paar Kleinigkeiten ab (obwohl das schon deutlich weniger geworden ist), deshalb kann mich der Montag wirklich nicht mehr schocken. Und so auch heute. Früh aufgewacht (viel zu früh, sagt das müde Ich, aber das ist eine völlig andere Frage …), und schon sitze ich am Notebook, schon schreibe ich, und es ist gar nicht so schwer, wie ich immer gedacht habe. Manches schiebt man unverhältnismäßig lange vor sich her … Wobei es beim Schreiben sicher auch einen Sinn hat, etwas unverhältnismäßig lange vor sich herzuschieben, denn dann ist es meist ausgereifter, überlegter, besser … (okay, nein. Nicht besser. Schlimmstenfalls total verkopft.)

Zum ersten Mal seit ein paar Wochen habe ich mir eine erschreckend lange ToDo geschrieben, weil ich sonst gar nicht mehr weiß, wohin mit meiner ganzen Energie. Aber – peng! – verdammt! Ausgerechnet an so einem Tag wache ich auf und fühle mich nicht wohl. So “nicht wohl”, dass eher Schongang angesagt wäre. Was also tun? Nur die spaßigen, entspannten Dinge auf der Liste abarbeiten? Nur die nötigsten? Oder einfach durchziehen, mit vielen Pausen?

Es ist nicht der Montag, es ist eher mein Allgemeinzustand, der eben nicht der allerbeste ist. Dafür gibt’s Gründe, ja, aber die Einsicht ist jetzt auch nicht gerade leicht, dass an manchen Tagen das mit der Energie eben nicht so klappt, wie man es gerne hätte. Dass es eben die Tage gibt, an denen man eigentlich nur im Bett liegen und lesen will, hin und wieder unterbrochen von Ausflügen in die Küche, um dort die Futterspeicher aufzufüllen.

Kopf in den Sand gilt ja auch nicht. Also schaue ich mal, wie viel geht. Ist ja nur ein Montag. Und ein bisschen Arbeit muss für den Rest der Woche ja noch bleiben …

Goldener Herbst

Solange es noch so strahlend schön ist, muss ich vor die Tür, am liebsten jeden Tag. Ich muss vor die Tür, einmal um den See oder ein paar Besorgungen machen, und dieses strahlend goldene, leicht wärmende, das macht mich ein bisschen betrunken, weil es so schön ist. Viel zu schnell werden die Tage noch kürzer, dann zeigt der November bald sein finsteres, graues Gesicht und danach wird alles schmuddelig, weil es ja wieder nur so ein Larifari-Winter wird, kaum Schnee, dabei viel Nebel, der im Tal hängt.

Andererseits: wir haben ja ein bisschen Hanglage, und während unten in der Stadt alles unverändert grau und matschig ist, könnten wir uns manche Tage an einer kleinen, dünnen Schneeschicht erfreuen. Das ist nur ein schwacher Trost, aber: ein Trost.

Bis dahin genieße ich die goldenen Tage. Nachdem ich im September und Anfang Oktober viel unterwegs war, nach dem gebrochenen kleinen Zeh und allerhand anderer Dinge, die meine Laune nicht gerade heben konnten, bin ich jetzt wieder in meiner Mitte angekommen. Das passt zum Wetter, das passt zu meinem Wesen. Ich bin nicht Herbstkind, ich bin Wintermädchen, und ich wünsche mir und uns einen so richtig knackigen, eisig kalten und schneereichen Winter, in dem man gar nicht anders kann als ganze Tage vor dem Kamin zu sitzen (sofern man einen hat), Nüsschen knabbern, Mandarinen schälen, einen neuen Pullover stricken und mit den Menschen zusammen sein, die man liebt. Ich freu mich drauf!

Holding Us Back.

Bloggen wie so eine emotional Verkrüppelte, die nicht sagt, was sie denkt. Dabei ist es ganz anders.

Das war kein schlechter Tag. Aber ich merke, wie die Müdigkeit schon im Hellen in meine Knochen kriecht und mich zur Ruhe zwingt. Denn wenn es schlimm wird mit Müdigkeit und Erschöpfung, dann werde ich klein und ängstlich. Dann fürchte ich die kommende Woche mit allem, was da sein wird. Mit den Terminen, mit dem Unangenehmen. Damit, wie ich danach völlig erschlagen sein werde, zerrissen zwischen himmelhoher Hoffnung und tiefer Traurigkeit, weil ich nicht weiß, was kommen wird.

Noch bin ich stark genug, noch kann ich an ein Happy End glauben. Es kostet viel Kraft, diesen Glauben aufrecht zu erhalten. Den Optimismus in jeder Körperzelle vorherrschen zu lassen, weil Optimismus in dieser Phase wohl das einzige ist, was ich aktiv mit einbringen kann.

Und damit die Müdigkeit, die Erschöpfung, der Schmerz keine Chance haben, ausgerechnet jetzt, haben wir uns ein friedliches Wochenende verordnet. Wir schauen einen uralten Historienschinken, lassen uns bekochen, wir lachen uns bei den Crash Games schier kaputt, und wenn ich müde bin, gehe ich ins Bett, weil alles andere in dieser Situation einfach Quatsch wäre. Ich mache kaum etwas aktiv. Keine Ahnung, ob das nun gut ist oder hochgradig dumm. Aber lange Spaziergänge quittiert mein Körper im Moment mit einem entsetzten Quietschen im Gebälk, und übermorgen muss ich ja auch schon wieder nach Hamburg.

Wenn man nur schlafen könnte, wenn man noch so viele Gedanken mit sich rumschleppt, die grad echt nicht hätten sein müssen, dann ist das Schneckenhaus vielleicht gar nicht mal der schlechteste Ort. Obwohl ich lieber ausrasten möchte, weil, verdammte Scheiße, das muss doch echt nicht sein, und jetzt bin ich noch erschöpfter und überhaupt.

Was ich brauche? Ruhe. Halt. Stille.

Und im allergrößten Zweifel finde ich das alles bei mir. Ich muss nur mal genau hinhören. Und dann ist alles gut. Alles ist gut. Und nun wird alles nicht nur gut, sondern besser. Die Hoffnung ist da, und ich trage sie mit mir in diese kommende Woche mit all ihren Unwägbarkeiten. Keine Angst vor ungewissen Situationen, weil ungewisse Situationen inzwischen nichts mehr sind als eine Unbequemlichkeit. Anstrengend, aber nicht unmöglich.

Und so wird auch diese kommende Woche sein. Bitte.

Maybe i love you, maybe i just like the sound
but if you disappear you’ll still hear when my heart hits the ground

A Bitter Song.

Es fällt mir schwer. Jedes Wort ringe ich mir ab, und trotzdem mache ich weiter, schreibe Satz um Satz in der Hoffnung, irgendwann verstanden zu werden. Irgendwann angenommen zu werden als die, die ich eben bin – und ich bin eine andere als vor fünf Jahren oder vor zehn Jahren.

Trotzdem fällt es schwer. Dabei denkt man, der erste Satz sei der schwerste. Alles gelogen. Der nächste Satz ist der schwerste. Der letzte – der schmerzt. Und dann ist es vorbei und danach nur noch Stille.

Die irgendwann vielleicht gut ist. Vielleicht ist es irgendwann richtig, an einem bestimmten Punkt den letzten Satz geschrieben zu haben. Wissen wird man das nicht. Man hofft es nur, wenn alles andere Hoffen nichts mehr bringt.

All I need is a bitter song
To make me better
Much better
All I need to write is a bitter song
To make me better
I feel better

New Day.

Ein ewiges Versuchen, ein stetes Ankommen.

Ich vertrage dieses Mal das, was eben getan werden muss, sehr viel besser. So eine Fahrt nach Hamburg und zurück ist anstrengend, vor allem, wenn man es alle paar Tage machen muss. Aber das ist okay, denn ich habe Bücher, ich habe Musik, Marmorsterne und Äpfelchen dabei. Ich fahre gerne Zug (es sei denn, es ist übervoll und merkwürdige Sitznachbarn nerven mich, so wie heute). Ich möchte mehr Zug fahren, ehrlich gesagt, und neidisch gucke ich all jene an, die mit ihrer schwarzen Mamba wedeln bei der Fahrscheinkontrolle. Okay, dafür habe ich heute das Handyticket ausprobiert, das auch hervorragend funktioniert. Ist auch schon besser als die Zettelwirtschaft.

Und sonst? Das Herz schmerzt immer noch ein wenig, ich bin müde von allem und bekomme nicht die Hälfte von dem geregelt, was ich gerne möchte. Ist auch okay, ich stelle sowieso immer viel zu hohe Ansprüche an mich selbst.

Als ich nachmittags heimkam, fiel ich ins Bett und schlief komatöse 2,5 Stunden. Was im Umkehrschluss heißt, dass ich heute Abend nicht müde zu kriegen bin. Guter Zeitpunkt, um ein halbes Buch zu lesen oder grad noch eine Serienstaffel wegzuschnupfen. Auch wenn morgen ein neuer Tag ist. Ein schöner, hoffentlich. Mit Belohnungen für die letzten, die so hart waren und mich an die Grenze führten.

Beautiful day
Watching you as you awake
Morning stars in your eyes
Your hand in mine