Meine Bücher sind zur Rezension freigegeben:

Heute kamen zwei große Pakete von meinen beiden Hauptverlagen. Sie enthalten Rezensionsexemplare, die ich unter den (Buch)Bloggern verteilen darf.

Wer will denn gerne? Zur Auswahl stehen „Das Lied der Sonnenfänger“ und (seit wenigen Tagen erschienen) „Die Rose der Kreuzritter“. Wer an einem der beiden Bücher interessiert ist, kann sich gerne per Mail bei mir melden: july(punkt)r(punkt)gemstein(ät)gmx(punkt)de

Der Fairness halber möchte ich noch ein paar Sachen anmerken: es wäre super, wenn sich nur diejenigen melden, die das Buch dann auch zeitnah lesen und rezensieren möchten. Wenn jemand im Moment keine Zeit hat, aber ein Buch gerne haben möchte, kann er sich gerne zu einem späteren Zeitpunkt noch bei mir melden. Ich weiß selbst, wie das ist, wenn ein Buch auf dem SuB immer weiter nach unten rutscht und dann gar nicht mehr gelesen wird.

Es ist ja nicht so, dass es sich jetzt um ein einmaliges Angebot handelt, dass ich also nie wieder Rezensionsexemplare verteile. Denkt bitte daran, in eurer Mail auch die Adresse eures Blogs nebst Postadresse zu vermerken. Außerdem wäre es schön, wenn ihr mir Rückmeldung gebt, wenn das Buch gelesen und rezensiert ist. Die Verlage und ich freuen uns darüber. (wenn die Rezension bei Amazon, Lovelybooks, Thalia, buch.de oder oder oder auftaucht, sind wir auch nicht böse drum, im Gegenteil.)

Versuchsweise: Buch fertig!

Mich träumte, ich wäre zwecks Lesung in Regensburg. (das wär ja mal was.) Der Traum war ziemlich anstrengend. Also erstmal, erstmal war dieses Buch schon fertiggeschrieben, gesetzt, gedruckt, frisch ausgeliefert wurde es in die Regale der dortigen Buchhandlung einsortiert, stapelweise übrigens. Ich wollte mal einen Blick ins Buch werfen, immerhin hatte ich es noch nicht fertiggeschrieben, und ich war irre neugierig, was ich denn noch reingeschrieben habe oder reinschreiben könnte, wenn ich’s endlich fertig habe. (merkwürdige Infokästen guckten mir entgegen. War nicht mein Buch, so gefühlt.) Über das zeitliche Paradoxon mag ich gar nicht nachgrübeln.

Im Hotel waren derweil 78 Anrufe von Fans aufgelaufen. 78! Ich wollt‘ das gar nicht hören, und das sagte ich auch, dass ich doch bitte nicht mehr über Fananrufe informiert werden wolle. (ähem. Ein Hauch Größenwahn war auch mit drin.)

Als ich einer Autorenkollegin davon erzählte, meinte sie bloß: „Typischer Autorentraum.“

Na dann. Ich hab dann mal heute gleich zehn Seiten geschrieben, nicht dass der Traum Wirklichkeit wird.

Siri Hustvedt über das, was ich gerne Flow nenne:

Während des automatischen Schreibens hat die Person den Eindruck, nicht zu kontrollieren, was sie schreibt. […] Unter Schriftstellern, würde ich behaupten, ist das nicht ungewöhnlich, sondern ziemlich verbreitet. Wenn mein Schreiben gut läuft, verliere ich oft jedes Gefühl für Komposition; die Sätze kommen, als wären sie nicht von mir gewollt, als wären sie von jemand anderem gemacht. Das entspricht nicht meiner täglichen Arbeitsweise, die mit viel Schinderei, qualvollen Phasen des Stockens und Weitermachens verbunden ist. Aber das Gefühl, dass von mir Besitz ergriffen wurde, tritt im Laufe eines Buchs mehrmals ein, meist in fortgeschrittenen Stadien. Ich schreibe nicht; ich werde geschrieben.

Siri Hustvedt, Die zitternde Frau, S. 81

So wahr. Und so weit von mir entfernt, wie’s grad nur geht.

Tse!

Erwähnte ich schon, dass ich nächste Woche nach Hamburg fahre? Bestimmt nicht, und ich weiß aus dem Stand jetzt mindestens (!) vier Leute, die mir morgen empörte Mails schreiben, warum ich das nicht eher gesagt habe, ihnen erzählt ja auch gar niemand was. Und das Muttertier wird anrufen (bitte nicht vor zehn, am besten gar nicht vormittags, ach, ich ruf das Muttertier selbst an!) und wird fragen, wie’s kommt, was läuft und überhaupt.

Also. Das will ich auch gar nicht erzählen. Ich find’s eigentlich recht angenehm, dass ich einfach mal hier reinschreibe, was los ist (okay, abgesehen von den supergeheimen Geheimsachen natürlich), und sofort ist – bis auf wenige Ausnahmen, die ich vermutlich am Daumen abzählen könnte – mein gesamter Bekannten- und Freundeskreis, so er denn will, darüber informiert, was hier so los ist, inklusive Muttertier und Schwestertier, die ja die besten Multiplikatoren in der Familie sind. Ich bin, was das angeht, ein schicker Rohrkrepierer.

Problem ist nur: ich schaff’s ja nicht mal hier, auf dem Laufenden zu bleiben.

Was ich noch erzählen könnte (außer, dass ich nächste Woche nach Hamburg fahre), ist: heute ging eine Übersetzung an den Verlag, man, war das eine dicke Übersetzung, und so viele Geschichten, und puh, bin ich fertig. Damit mir nicht langweilig wird, damit ich vor allem nicht aus der Übung komme, kam heute direkt noch ein neuer, kleiner Übersetzungsauftrag ins Haus geflattert, zwei Geschichten, 40 Seiten, die las ich gemütlich im Café, nachmittags, nachdem ich abgegeben hatte. Und gleich, wenn ich diesen Wortschwall über euch ausgekippt habe, werde ich mich wieder an eine (völlig andere) Übersetzung machen, und an Outremer schreibe ich jetzt auch, das hat aber noch massig Zeit, bis es beim Verlag liegen muss. Jedenfalls: es ist nicht nur ein Kommen und Gehen im Übersetzerwunderland, auch im Bücherregal ist es ein stetes Kommen, und in den letzten Wochen sind hier einige Belegexemplare gekommen, die vorzustellen ich auch noch keine Zeit hatte, ein selbstgeschriebenes, viele übersetzte und eine Lizenzausgabe von rgb1147, die ich leider … naja … ach, ich bin so mäkelig bei Covern, aber zeigen werde ich sie doch noch. (hier erwarte ich mindestens zwei Stimmen, die „na endlich!“ rufen, so ich dann zeige)

Was ich aber eigentlich erzählen wollte, war: wie toll das ist, ein Projekt abzuschließen. Ich bin dann erstmal losgezogen, ein bisschen Suchtprävention betreiben. Ja, genau. Wenn man nicht aufpasst, kauft man nachher so zügellos Bücher, dass es fürs Konto ganz arg böse endet.

Überhaupt ist Bielefeld in Sachen Buchhandlung eine üble Diaspora. Nicht nur darum wollte ich ja ursprünglich nächste Woche nach Regensburg, aber (aufmerksame Leser werden sich erinnern): Regensburg ist nicht wegen Hamburg. Aufgeschoben halt. Regensburg hat ja wenigstens mal eine gute Buchhandlung. Bielefeld gar nicht. Und auch bei Wollgeschäften bin ich ein klitzekleines Bisschen von Düsseldorf verwöhnt. Dennoch gibt’s auch in Bielefeld Alternativen, wenn man aufmerksam sucht. Ein kleiner Ausflug zur Wollstation 1 hat mir immerhin das hier eingebracht.

Und nein. Bei Wolle ist’s wie bei Büchern: kann man nie genug von haben.

Außerdem war das heute die „lasst sie laufen, sie hat was abgegeben“-Belohnung. Und ich verspreche, den Strickcontent hier auf ein Minimum zu reduzieren. Der zieht bald woanders hin.

So. Und da ihr ja jetzt alle alles wisst – was gibt’s bei euch so Neues?!

Slow down.

Natürlich arbeite ich noch viel. Aber zwischendurch muss auch hierfür Zeit sein. Man sieht’s noch nicht, aber das wird ein Peacock Feathers Shawl von Fiddlesticks (kein Wunder, dass man nichts sieht, ich hab’s auch nicht so gut fotografiert. Hö.). Ursprünglich wollte ich den aus dem passenden Garn stricken, aber für das hab ich jetzt Anderes im Sinn. Kommt – wie ich mich kenne – auch ziemlich zeitnah auf die Nadeln.

Und jetzt geht auch die Arbeit am nächsten Roman in die heiße Phase. Erstaunlich, wie gut es läuft, wenn man erst die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden hat.

Im wahrsten Sinne Freitag.

Dafür dann morgen wieder mit doppeltem Schwung. Oder halbem, weil ja Wochenende ist. Eigentlich auch nur, weil ich endlich die Übersetzung vom Tisch haben will. (klappt.)

Ansonsten? Outremer hat sein Zuhause gefunden. Eines, mit dem ich mich sehr wohl fühle. Das ist für mich eine besondere Freude. Ein besonderer Moment. Weil ich für dieses Buchprojekt gekämpft habe. Weil ich es zurückzog, als mir die Vorstellungen des ursprünglichen Verlags nicht behagten. Weil ich es lieber in die Schublade legen wollte. Und jetzt das.

Hoffen wir, Sagaland macht’s ihm nach. Genau so. Bald.

Endlich.

Richenza blieb die meiste Zeit in der Kemenate. Nur selten wagte sie den steilen Abstieg und tauchte in der Halle auf. Gestern Abend war sie jedoch da gewesen und hatte zur Rechten ihres Sohnes gethront – der Ehrenplatz, den sie sich mit schwarzem Blick vom Bassunviller ertrotzt hatte, der sich ihrem Willen mit einer spöttischen Gelassenheit beugte, die ihr offensichtlich imponierte, denn sie bestand darauf, mit ihm das Tranchoir zu teilen und schob ihm die leckersten Bissen zu, während sie nur am mit der sämigen Sauce gesättigten Brotteller knabberte.

Outremer 1191

Und es fühlt sich für den Moment erstmal gut an …