Einfach mit Schwung starten …

… und gleich am ersten Tag des neuen Jahrs zwei Projekte zu Ende bringen.

Das erste war leicht; beim Neujahrskonzert habe ich in aller Ruhe die Fäden meines Fly-Away-Hoodies vernäht und die Taschen im Matratzenstich angenäht. Und getreulich das gute Stück in die Waschmaschine geworfen. Der Plan (dass die Wolle ihrer Superwash-Bestimmung nachkommt), scheint aufgegangen – das gute Stück scheint ein bisschen gewachsen zu sein. Hurra!

Das zweite Projekt dauerte dann ein bisschen länger und bis in den Abend. Insgesamt 90 Seiten habe ich seit Mitte Dezember, vortrefflich behindert durch Jahresendstress, Weihnachten, Krankheit und Silvester wegübersetzt. Heute den Rest. Morgen alles nochmal lesen, durch die Rechtschreibkorrektur scheuchen und an den Verlag schicken. Pa-damm! Gefällt mir, wie’s hier losgeht. Darf bitte so bleiben.

Es war also gut und richtig, sich daheim einzuigeln. Und darf auch noch ein paar Tage so weitergehen. Der Liebste ist da, er wäscht die Lieblingstasse, befüllt sie mit frischem Cappuccino, hätschelt die Kaffeemaschine und mich, denkt an den Zucker. Ich arbeite. Ich schreibe! Das ist wichtig, das ist gut. Ich beginne das neue Jahr mit Schreiben, weil ich nichts Anderes will als schreiben. Der Schwung ist da, und ich darf gerne noch ein bisschen Fahrt aufnehmen …

Schönwetter-Bloggerin

Was im Moment anscheinend meine Seite des Bloggens ist: bei Schönwetter in Seele, Hirn und allem anderen blogge ich, dass es mir gut geht. Wenn es mir nicht so gut geht – und in den letzten drei, vier Tagen gab’s da so ein, zwei Situationen, da ging’s mir wirklich nicht so besonders – da fange ich vielleicht einen Eintrag an, verwerfe ihn aber nach kurzer Zeit als Draft. Oder öffne ihn zwei Tage später, lese ihn, schüttle müde das Haupt und lösche ihn. Um einen neuen zu schreiben wie diesen hier.

Vielleicht ganz geschickt; so halte ich nur die guten Seiten fest und die schlechten haben überhaupt keine Chance, sich zu manifestieren. Ich kenn’ mindestens zwei Freundinnen, die jetzt ihr weises Haupt nickend und bestätigend auf und ab wippen lassen. Ich hab’ schon verstanden!

Also die guten Seiten.
Ich hab meine Waden in den Griff bekommen! Also, den Tag nicht vor dem Abend, aber: als ich anfing mit dem Laufen, da haben sie schon Kummer gemacht. Und zwar Kummer-Kummer. Ich konnte dehnen, wie ich lustig war, Magnesium nehmen, bis es aus den Ohren wieder raussprudelte, und was haben die Waden gemacht? Nach ein, maximal zwei Kilometern machten sie zu. Autsch! Im ersten Moment denkt man noch, das ist ein Wadenkrampf, dann denkt man nur noch, dass es scheiße ist und aufhören soll. Und zwar schleunigstens, denn die Waden standen als einzige meiner Fitness im Weg. Die Kondition machte sich schneller als der eingerostete Körper. Grmpf.
Jedenfalls: heute hab ich nix davon gemerkt. Nix! Endlich bin ich da, wo ich hin will. Endlich macht mein Körper, was ich von ihm will. Und es macht Spaß, die Laune hebt sich deutlich und alles wird gut.

Was auch gut wird (hoffentlich!), ist das Lesedilemma. Davon hab ich bestimmt schon häufiger erzählt? Ich. Kann. Nicht. Lesen. Nach 10 Seiten kippen die Augen zu, nach 100 Seiten lege ich jedes Buch genervt beiseite, weil ich mit kleinen Lesehappen unglücklich bin. Gestern aber habe ich eins gefunden, bei dem ich heute schon bei Seite 80 bin. Na also! Und die Arbeit geht mir leicht von der Hand, weil ich weiß, dass da ein Buch wartet. Oder eine Laufstrecke.

Wenn jetzt noch das mit den Bildern nicht mehr an meiner Doofheit scheitert, könnte ich mein Leben nicht nur so bunt beschreiben, sondern mit Bildern … ach, lassen wir das. Ist ja so auch ganz schön.

Wenn nasse Füße inspirierend sind.

Und da behaupte noch mal jemand, wenn ich den ganzen Tag zu Hause hocke, erlebe ich nichts! Heute zum Beispiel, da habe ich den Schneeflocken beim Fallen zugeguckt, und weil das von oben gar nicht so viel aussah, bin ich mal zur Post gelaufen und habe Briefe aufgegeben, und bei der Gelegenheit lief mir Mrs. Aly über den Weg. Wir wohnen jetzt so nah beisammen, dass wir sogar die Post teilen, was ich natürlich sehr praktisch finde.

Ansonsten hieß es vor allem: warten! Auf die Post, auf UPS, auf jemanden, der unser altes Sofa abholt (hat nicht geklappt, kein Wunder bei der Witterung), auf jemanden, der den Wasserzähler abliest.

Der war abenteuerlich drauf, aber nicht in seinem Sinne, sondern eher in meinem. “Die Wasseruhr läuft ja falschrum”, sprach’s, holte ein großes Gerät aus dem Auto (ja, vorbereitet war er auf sowas), setzte es an, baute die Wasseruhr aus, schüttelte sie einmal – also ehrlich, viel mehr hat er nicht gemacht, ich schwör’s! – baute sie auch wieder ein, er verschwand glücklich im Wochenende. Immerhin hatte er einer jungen Frau gezeigt, was für ein tolles Gerät er da den ganzen Tag herumkutschiert.

So. Ich setzte mich ins Arbeitszimmer, wollte eigentlich lesen gehen, wurde aber mal wieder über die Maße von einer virtuellen Unterhaltung gefesselt. Zum Glück, denn im Westflügel hätte ich das sanfte Plock nicht gehört, dem ein sattes Scheppern und ein dezentes Rauschen folgte …

Zum Glück bin ich von Natur aus neugierig und eilte sogleich los, das Geräusch zu lokalisieren.

Die Wasseruhr war aus der Wand gesprungen, und wo die Wasseruhr einst war, ergoss sich ein Schwall Wasser ins Badezimmer, mit Schwung und Karacho. Nicht nur mit Neugier, sondern auch mit Geistesgegenwart gesegnet, drehte ich sofort das Wasser ab, aber passiert war passiert: das Badezimmer schwamm, kein kaltes Wasser im Bad und – um die Sache abzukürzen – auch jetzt, sieben Stunden später noch nicht. Morgen dann vielleicht. Der hilfreiche Installateur, der sich abends um halb zehn unter unser Waschbecken kringelte, musste noch zu zwei weiteren Terminen und versprach, die Sache morgen in Ordnung zu bringen.

So eine Wasseruhr kann übrigens nicht falsch rum laufen, wurde ich bei der Gelegenheit belehrt. Ja, woher soll ich das denn wissen? Ich bin nur ein armes, technikphobes Weibchen, das von solchen Dingen keine Ahnung hat.

Ich vermute, der Ableser hat auch genau das von mir gedacht. Was er aber nicht weiß: ich bin zwar technikphob, aber durchaus in der Lage, so traumatische Erlebnisse angemessen zu verarbeiten. Tja. Freuen wir uns auf den nächsten Roman, in dem ich eine herausploppende Wasseruhr einbauen kann …

St. Patrick’s Day!

It’s Galway Bay, St. Patrick’s day
And the sky’s a dirty grey
Then my window screens a rainbow
And the rainbow sings to me

Hinterland, Kissing the roof of heaven

Und nirgends im Netz gibt es dieses Lied vom Rande der Musikwelt, ich hätt’s euch so gerne vorgespielt. Ich habe die CD, ich weiß, dass meine Schwester sie auch hat. Und heute hatte ich natürlich diesen Song im Kopf, den ganzen Tag.

It’s Galway Bay, St. Patrick’s day …

Schnee!

Auch Düsseldorf, schneeärmste Stadt Deutschlands, kriegt ein paar Flöckchen ab. Und ich habe plötzlich Husten. Super, ich glaube, der kleine Wikinger hat mir gestern ein bisschen was von seinen Bazillen abgegeben …

Heute aber!

Fußball-EM kann man ja nicht permanent gucken, sprich: ich klebe nicht zweimal 2×45 Minuten vorm Fernseher und schaue mir jeden holländischen Pickel und jede französische Unfallnarbe an. Auch das italienisch zurückgegelte Haar hat auf jedem Kopf dieselbe Farbe. (wobei mir auffällt: der Gomez hat frisurentechnisch fast (aber nur fast!) was italienisches. Der Ballack schon ganz, aber das verschweigen wir mir lieber, bin schließlich großer Ballack-Fan.) Jedenfalls: was interessiert mich die Gruppe C? Was erlauben Rumänien?

Da aber EM nun mal zum Sommer gehört, und Fußball geguckt werden muss, wenn er schon mal kommt – Gebührengelder wollen abgesessen werden – muss ich mir was “für nebenher” suchen. Ich habe gestern gemerkt, dass Stricken schon mal gar nicht geht, auch nicht, wenn die armen Ösis gegen die schwachen Kroaten anrennen. Mit den Ösis hatte ich fast Mitleid. Aber vielleicht geht ja das?

Meine Übersetzung Korrektur lesen! Immerhin sind die Engländer nicht dabei (find’ ich auch schade! Was ist eine EM ohne Engländer, die früh ausscheiden?), und bisschen was Englisches braucht der Fußball. Wenn’s auch amerikanisch ist in diesem Fall, aber das fällt ja keinem auf. Außerdem ist es jetzt ja sehr deutsch, und weil deutscher Fußball ebenso effizient ist wie ich es gerne wäre, werde ich mich mit den ersten 100.000 Worten Übersetzung (das sind als Endprodukt immerhin schon 400 Seiten!) vor den Fernseher setzen und lesen. Und mit einem Auge sehen, wie die Orangen die Hucke vollkriegen, jawollja.