Ich habe Wolle gekauft (11)

Ich bin ja dem 21. Jahrhundert unendlich dankbar, dass es das Internet mitgebracht hat. Man kann alles da bestellen. Okay, okay, die armen Paketboten, die sich mit den Windeln, Babyklamöttis, Büchern (!), Wollbergen, Kochboxen, Nahrungsmitteln, Gin-und-Tonic-Kisten etc. kaputtschleppen, die ich ordere, die tun mir ja schon ein bisschen leid. Aber sie bringen mir all die schönen Dinge ins Haus!

Heute unter anderem ein Paket mit Wolle. Bestellt habe ich bei Sternenstaub. Liesa färbt auf 16 verschiedenen Qualitäten über 80 Färbungen, und man kann alles selbst aussuchen – Menge, Farbe, Qualität. Kein lästiges Hibbeln, Anstehen, auf-ein-Update-hoffen – nö! Einfach durch die unendliche Auswahl klicken, den Warenkorb befüllen, peng! Und sie macht sich ans Werk. Liebevoll verpackt kommt es auch daher, stilecht mit Sternenseidenpapier.

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Ich habe mir vier verschiedene Farben in der GentleStar ausgesucht: Lila Laune, Prinzessin, Einsame Insel und Nilpferd. Daraus möchte ich ein paar Babyklamöttis stricken, das Möttchen wächst ja aus allem raus, so schnell kann keiner gucken (links im Bild). Außerdem drei Stränge ShinyStar Worsted in der Färbung Delfin. Entweder was Kuscheliges fürs Babymädchen oder doch für mich Cowl/Mütze? Ich bin da noch nicht entscheidungsreif. Und zu guter Letzt zwei Stränge Twisty Star (Feenversteck und Herbststurm), daraus soll’s Socken geben. Man kann gar nicht genug Socken haben!

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Und da ich immer noch nicht den Dreh zum Nähen bekommen habe (ich würde dem Baby so gerne mal was nähen!), muss es jetzt eben das Stricken sein. Das kann ich wenigstens. Es war in den letzten Monaten ja etwas abgemeldet, aber zuletzt konnte ich langsam wieder beginnen; im Moment sieht’s so aus, als käme wieder so eine Strickphase. Kennt ihr das auch? Dass man etwas eine Zeitlang geradezu obsessiv macht und danach vielleicht für Monate wieder beiseite legt?

Natürlich habe ich Vorsätze, und zwar gute!

Einen schönen Artikel gab es dazu erst kürzlich in der ZEIT online: Dieser kleine Zellhaufen Selbstkontrolle. Und darin heißt es:

Die Wahrheit ist, dass wir es nicht in der Hand haben, einfach so, von heute auf morgen, unsere Leben zu verändern. Wenn das nur eine Frage von Selbstbeherrschung und Disziplin wäre, würden wir alle schon lange unser Idealleben führen.

Die Kunst ist also nicht, sich irgendwann das eine vorzunehmen, was man immer schon mal schaffen wollte. Die Kunst ist, das, was man sich vorgenommen hat, immer wieder aufs Neue vorzunehmen. Nur so gelingt es, das Verhalten irgendwann graduell anzupassen, bis es dem relativ nahe kommt, was man Idealleben nennt.

Das zu wissen, erleichtert mich. Die Ordnungsliebende in mir atmet auf. Hurra, ich brauche das gar nicht von heute auf morgen können. Es reicht, wenn ich es mir immer wieder vornehme. Wenn ich immer wieder merke, dass es lohnt, dass es gut tut, dass ich das hinbekomme. Es reicht, mit sich selbst gut umzugehen und dann zu erkennen, wie und wo man etwas hat schleifen lassen. Und sich dann nicht zu kasteien, sich nicht in Selbstbeschimpfung zu ergehen, sondern zu sagen: öhm, okay. Aber du hast es versucht und du kannst es wieder versuchen. Irgendwann wird es schon einfacher, irgendwann hast du das Gefühl, es gehört mehr zu dir. Und irgendwann merkst du, es ist ein Teil von dir.

Ich versuche zum Beispiel im Moment, mir etwas beizubringen, ein neues kreatives Feld, an dem ich – das weiß ich – viel Spaß haben werde: Anleitungen für Strickdesign schreiben. Ich habe irre viele Ideen, sie fallen mir einfach ständig in den Schoß, ich kann mich gar nicht dagegen wehren. Und während diese Ideen auf mich einprasseln, ich vielleicht sogar das eine oder andere umsetze, stricke, Notizen mache usw. merke ich, dass ich beim Schreiben der Anleitungen an meine Grenzen stoße. Das ist etwas, das ich noch nicht genug geübt habe und weil ich in vielen Fragen unsicher bin, zögere ich das Schreiben so lange hinaus, bis aus meinen einstmals so klaren Notizen ein unverständliches Kauderwelsch wird. Bis aus dem, was für mich beim Stricken sonnenklar war, ein Durcheinander aus Zahlen und Anweisungen wird, das mich nur verwirrt. Und das macht müde, es erschöpft mich, und eigentlich denke ich dann manchmal auch, das wäre vielleicht gar nicht nötig. Vielleicht brauche ich das doch nicht zu machen, vielleicht ist das inzwischen auch egal usw. Vielleicht muss ich das gar nicht lernen.

Und das ist der Punkt, an dem ich durchatme, einen Schritt zurücktrete – und es erneut versuche. Ich kann nicht anders, das ist etwas, das ich können will. Und darum, fürs Neue Jahr, dieser Vorsatz: lernen. Lernen und dabei den Blick über die Schulter gestatten, zeigen, was hier passiert. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wie ich mir immer einrede (die Vermutung hege ich manchmal schon …), vielleicht brauche ich einfach mehr Zutrauen in die eigene Fähigkeit. Vielleicht fange ich immer und immer wieder von vorne an, bis es irgendwann passt.

Und das ist mein Ziel für 2015. Es immer wieder versuchen, bis es passt.

Der Hoodie!

Natürlich stricke ich noch, mehr als je zuvor sogar, mit wachsender Begeisterung. Was kein Wunder ist, wenn man einen Teil seines Lebensunterhalts damit bestreitet, anderen Menschen die Leidenschaft für Wolle zu vermitteln. Und Wolle zu verkaufen.

Dieses gute Stück entstand im Dezember. Die Fäden vernähte ich während des Neujahrskonzerts, dabei wurden auch die Taschen aufgenäht. Matratzenstich, ein böhmisches Dorf und bisher auch ein Angstgegner. Jetzt nicht mehr!

13-0106-5P.S.: Krumm stehen kann ich übrigens wie ’ne 1 – und mehr Fotos findet ihr auf der Ravelry-Projektseite: ravel.me

Mhhhh …

Absolut unfotografierbar und ein absoluter Traum.

Ich bin dann mal wieder stricken. Ach, und noch was: bis 31. März einschließlich sammelt die Designerin von „Magrathea“ (also dem Muster, das ich hier gerade verstricke, auch wenn man’s nicht sieht) alle Einnahmen aus dem Verkauf dieser Anleitung und spendet sie zugunsten der Erdbeben- und Tsunamiopfer in Japan. Näheres gibt’s *hier* nachzulesen. Heute morgen schrieb sie bei Twitter, sie habe inzwischen über tausend Euro gesammelt. Da geht noch mehr!

Wolle, Wolle, Wolle …

Frisch eingetroffen und einfach nur so traumhaft schön, dass ich sie zeigen muss, ehe sie in den Shop wandert:

Die Sockenwolle von Hedgehog Fibres. 16 traumhafte Farben (schon die Beschränkung und Auswahl dieser 16 war sauschwer!), von denen ich hoffe, dass sie da draußen viele, viele Fans finden. Ich bin Fan, ich verstricke nämlich gerade mein erstes Projekt aus diesem Garn.

Sonntag & was Schönes für euch.

Sonntagmorgen.
Ich sitze auf dem Sofa, immer noch ein bisschen betäubt von den Bildern aus Japan.

Der Strickkorb wird durchsortiert. Ein bisschen soll mir das Warnung sein, nicht schon wieder was neues anzuschlagen. (zumal ich ja direkt an der Quelle sitze, das ist doppelt verführerisch. Mpf.)Ich vernähe die Fäden bei ein paar kleinen Tüchern, ich finde den Cowl, den ich noch hatte stricken wollen, und überhaupt, es gibt ja immer mehr als genug zu tun.

Ein Tuch wird jetzt gebadet und festgesteckt, zwei weitere vernäht, eines ist sogar sofort tragbar, wie ich finde (das 22.5 degree von Strickmich), und es wärmt mir den Hals. Ich bin hingerissen.

Bei der Durchsicht meines Strickkorbs fallen mir ein paar Projekte in die Hände, die jetzt einfach fertigwerden müssen. Und bevor ich dann sofort wieder das Wollelager meines Shops stürme und dort wildere, könnt ihr mich bis heute Abend noch schnell von den Versuchungen befreien. Das könnt ihr natürlich immer, aber heute gibt’s das Ganze noch mal versandkostenfrei. Also, losmarschieren, leershoppen, freuen. *klick*

Und jetzt auch mit Foto!

Ich versuche natürlich, die von Mrs. Aly an mich herangetragene Anregung umzusetzen und mehr bloggen. Hey, heute sogar mit Bild!

Wer jetzt einwendet, das wär ja wohl kein gutes Bild, also bitte: genauso sieht’s halt aus, neben mir auf dem Sofa. Da liegt halt ein Paar Socken zum Vernähen (hinten links, hinter den rosanen, nicht im Bild, haha), da liegt dann vorne die Mütze, die ich für den Liebsten gestrickt habe – ein 24-Stunden-Projekt, die Fäden müssen noch vernäht werden. Daneben das dezentpinkige, das wird meine Mütze, ich bin ja sofort voll mützenneidisch geworden.

Dann, das Orange: das ist wunderbare Merino-Bambus-Mischung vom Schneeschaf, daraus werden Socken. Dahinter, das Geringelte: mein Spice-Schwammerl-Sorgenkind in Wollmeise-Twin (die wollte poolen, da war ich schwer dagegen.), das graublaue, das wird noch ein Paar Socken, mit Minizöpfchen über zwei Maschen (sieht toller aus als ich gedacht hätte. Im Hintergrund: Eine Wollmeise Brombeer-Twin in Lauerstellung, auch für Socken. Das Rosane, das ist selbstgefärbt und wird mit Zöpfen gestrickt.

Und es sind allesamt erste Socken. Schlimm! Das ist mein ewiges Problem, ich fang erste Socken an, die kurz vor der Spitze verrecken, und dann dauert es ewiglang, bis ich mal zweite Socken stricke.

Deshalb auch die Mütze. Ich vermute, ein Cowl muss auch noch sein und passende Stulpen noch gleich dazu. Aber ich hab ja Zeit. Ich hab sie ja!

Kleines Update aus der Pause heraus.

Während ich die letzten Seiten am Roman schreibe, mache ich noch anderes. Und dieses Andere, das ist so spannend, so aufregend, so toll, dass es bald ein neues Blog bekommt. Einstweilen habe ich dem Neuen schon mal einen Twitter-Account gegönnt: @jules_wollshop twittert jetzt, und man kann mir zusehen, wie ich den Wollshop hochziehe.

Die Wolle ist bestellt, ziemlich viel Administratives auch schon erledigt. Sollte es weiterhin so gut laufen, könnte in drei Wochen der Startschuss erfolgen. Ich schreibe mit Absicht könnte, denn es kommt vor allem darauf an, ob die Wolle bis dahin schon hier eingetrudelt ist. Aber sie ist verschickt, und wenn sie auf schnellen Schiffen geschippert wird, könnt’s was werden.

Ich freu mich so!!!

Häkeln?

Werte Stricker und Strickerinnen, die ihr euch ja so zahlreich unter meinen Lesern zu tummeln scheint – wie haltet ihr’s mit der Häkelei? Hintergrund der Frage ist (natürlich!) mein stetig sich in alle Richtungen ausbreitendes Sortiment, bei dem ich mir vorstellen könnte, ein paar Sachen für Häkelwütige mit aufzunehmen. (und ich spreche jetzt nicht bloß von den Spülilappen und ähnlichem …) Da ich das Häkeln gerade für mich völlig neu entdeckt habe (und es, zu meiner Überraschung, sehr mag, hätte ich von mir nicht gedacht!), wollte ich mal hören, wie’s da bei euch aussieht.

Die Katze aus dem Sack.

Oder: was ich ab Juli mache.

Einige wissen es schon, weil ich in den letzten zwei Monaten wie ein verrücktes Huhn durch die Gegend hüpfte und jedem, der es hören wollte (und komischerweise: ihr wolltet es alle hören!) erzählt habe, was ich plane. Vielleicht wird’s jetzt auch Zeit, dass ich es quasi – allen ständig hochkochenden Zweifeln zum Trotz – offiziell mache.

Ich eröffne einen Onlineshop für Wolle.

Natürlich musste ich dafür in den letzten Wochen/Monaten viel recherchieren, suchen, vorbereiten und organisieren – und es ist noch lange kein Ende abzusehen. Da ich mir den Driss ersparen will, Anfang Juli alles auf meinen neuen Namen umschreiben zu müssen – mir graut’s schon vor dem, was da ohnehin auf mich zukommt – werde ich das Gewerbe erst dann anmelden – und mit viel Schwung an die Einrichtung gehen, sodass der Wolleshop dann pünktlich im Spätsommer an den Start gehen kann.

Mit meinem Schwerpunkt folge ich vor allen Dingen meinem eigenen Geschmack – was mir gefällt, kommt in den Shop. Das sind hoffentlich viele Sachen, die man bisher noch gar nicht oder nur vereinzelt hier kannte. Und ich werde dort meinen wolligen Content auslagern, sprich: dort werde ich in Zukunft über mein Stricken und Wirken bloggen (das habe ich ja zuletzt hier hoffentlich nicht übertrieben!). Es wird vor allen Dingen Garne fürs Tücherstricken und Sockenstricken geben (oder auch für all die kleinen, schönen Sachen, die man eben gerne strickt), außerdem natürlich (!) Nadeln und viele schöne Kleinigkeiten rund ums Stricken. Dazu kommen dann noch Anleitungen, und und und. Ein ganz besonderes Bonbon wird es Anfang nächsten Jahres geben – ohne da jetzt schon zu viel verraten zu wollen.

Und so habe ich meinen Sonntag über den Preislisten verbracht, zu kalkulieren. Und den blöden Euro zu beschimpfen, der sich gerade nicht so benimmt, wie man sich das wünscht, wenn man in naher Zukunft größere Mengen Wolle in Übersee bestellen möchte. *ts*

[P.S.: Natürlich wird der Wolleshop mich nicht daran hindern können, weiterhin Bücher zu schreiben! Das geb ich so schnell nicht wieder auf.]