Monatsarchiv für Juni 2010

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Örgs!

Ich weiß nicht, woran es genau liegt, aber heute bin ich matschiger Brei.

Könnte dran liegen, dass ich nicht vor halb zwei im Bett und vor halb acht wieder auf war.

Könnte am hohen Arbeitsaufkommen liegen.

Könnte auch sein, dass meine Denkblockaden bei Outremer mir langsam aufs Gemüt schlagen.

Vielleicht muss ich einfach Pause machen, wie die WM? Ich habe die letzten Wochen ohne Rücksicht aufs Wochenende durchgearbeitet, was ja per se schon “böse” ist.

Erstmal versuche ich’s mit Frühstücken. (essen, auch so ein Unsinn. Ich vergess’ es im Moment ständig.) Anschließend versuche ich mich an Arbeit im/am/ums Manuskript, und heute Nachmittag muss ich eh noch mal los, ein paar Besorgungen machen und (halleluja!) mit Mrs Aly auf einen eiskalten Kaffee und eins dieser winzigen, sauteuren Törtchen im Meyerbeers treffen. Das passt heute wieder prima, denn eigentlich will ich heut nur auf’n Arm. Obwohl: das ist nicht neu. Das hab ich schon eine Woche, dieses “auf’n Arm”. Gründe? Siehe oben!

am Mittwoch, den 30. Juni 2010 um 09:23 einsortiert unter feels like home

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Homeoffice deluxe.

Als wir diese Wohnung mieteten, und auch später, als wir sie kauften, habe ich mich immer auf eines besonders gefreut. Auf den Sommer. Auf die Tage, die ich auf dem Balkon sitze und arbeite. Und was soll ich sagen? Der Sommer meint’s gut mit mir. Schatten bis in den frühen Nachmittag - danach hilft der Sonnenschirm - ein leichter Wind ist hier irgendwie immer spürbar, und ich genieße es einfach. Schaue nach Herrn Eichelhäher, der sich hier irgendwie auch wohl zu fühlen scheint. Ich versteh ihn ja so gut! Von mir aus kann das mein Sommer werden: schreiben, übersetzen, Schatten und Sonne.

(übrigens, ja: mein Swopper. Ich schlepp ihn durch die halbe Wohnung, ich sitze mit ihm am Küchentisch, am Schreibtisch, auf dem Balkon. Ich liebe ihn, und ich war nicht einmal ernsthaft in Gefahr, nach hinten wegzukippen, weil ich mich anlehnen wollte, wo keine Lehne ist.)

am Montag, den 28. Juni 2010 um 12:12 einsortiert unter feels like home

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Außer Gefecht

Rechte Hand mit Nudelwasser, Erbsen und Nudeln überbrüht. Mit links tippen geht zwar, aber keinen ganzen Roman. Oder auch nur ein halbes Kapitel.

Für heute kapituliere ich und hoffe auf morgen.

am Mittwoch, den 23. Juni 2010 um 11:49 einsortiert unter feels like home

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Und dann ist alles ganz leicht.

Momentan ist das so: wenn ich morgens im müden Brast an den Computer schleiche, in die Küche schleiche, Kaffee koche (Kaffee, ach was, Kaffee, viel komplizierteres Zeug bereite ich da im Moment zu!), wenn ich zurückkomme, wenn ich meine Mails abrufe und tief durchatme, kann ich sicher sein, dass ich eine Mail vorfinde, die mich irgendwie trifft.

Gestern früh zum Beispiel, da hatte ich da eine Mail, die hat mir Tränen der Rührung in die Augen getrieben. Tränen! Rührung! Ich! Passiert mir doch sonst nur, wenn ich hollywoodeske Filme schaue, in denen wer stirbt, dabei ging’s um was ganz Anderes. (eher Gegenteil und so.)

Heute früh dann eine, die mich aufatmen lässt. Endlich. Antworten.

Irgendwie kann ich mich daran besser festhalten als an allem anderen. Und der Tag ist jetzt auch grad nimmermehr ganz so schrecklich. Der Handwerker, der gestern plötzlich vor der Tür stand (Handwerker droht spontan mit Ausführung eines Auftrags, der ein halbes Jahr alt ist), kommt heute um neun noch mal. Angeblich! Beste Zeit, um den Nudelsalat für heute Abend, die Wäsche, die Sachen für den Keller, alles, fertigzumachen und aufzuräumen. Stash fotografieren, das stand auch ganz oben auf der Liste.

Übrigens: es geht aufwärts. Gestern früh fast doppelt so viel geschrieben wie vorgestern. Und heute scheint das Wetter mich einladen zu wollen, auf dem Balkon zu schreiben. Oh, wenn der Handwerker weg ist, dann aber.

am Mittwoch, den 23. Juni 2010 um 08:24 einsortiert unter feels like home

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Ich könnt’ ja. Und sowieso. Ihr wisst schon.

Mein liebes Schwesterherz schlug letzthin vor, wenn ich doch im Midbookblues klebe, könnt’ ich doch mal meinen Stash fotografieren. Miss Aly meinte, wenn ich dann putzen und aufräumen würde, wär die Zeit ja nicht verschwendet.

Ihr habt ja keine Ahnung, wie anstrengend Midbookblues ist.
Putzen? Stash fotografieren? Lesen? Aufräumen? Nützlich sein?
Pah!
Midbookblues, das heißt: stundenlang duschen, stundenlang schlafen (und die vertrackte, nächste Szene hoffentlich träumen!), in der Badewanne liegen, Kaffee trinken gehen, dösen, stricken, Schoki futtern, zum Friseur gehen, den Bodyshop leerkaufen, Kochbücher wälzen, was man kochen könnte, Frühstücksverabredungen treffen, in Foren rumsausen und -brausen, Fußball gucken, bis es zu den Ohren wieder rauskommt, und, nicht zu vergessen: schlafen. (falls ich es nicht schon erwähnt habe: schlafen ist total wichtig.)

So krebst man dann mit Müh und Not bei fünf Seiten pro Tag herum und fragt sich, wie man jemals fertig sein sollte. Und dann setzt man sich eines Morgens einfach hin, reckt sich, hüpft ein bisschen auf dem Swopper herum, streckt sich, lässt die Finger knacken, legt die Fingerspitzen auf die Tastatur … und dann fließt es wieder, als hätt’s nie was anderes gegeben als diese Geschichte. Als wären wir einander nicht auf halber Strecke fremd geworden. Als gäb’s kein Morgen mehr.

Das wünsch ich mir. Ab morgen dann. Obwohl: ich würd’ so gern den halben Tag auf dem Sofa verdösen …

am Montag, den 21. Juni 2010 um 23:04 einsortiert unter feels like home

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Was will mir das sagen?

Seit kurzem - genauer: seit meinem kurzen Ausflug nach Regensburg vor ein paar Wochen - liebäugele ich mit dem Gedanken, einen nicht geringen Geldbetrag in eine neue Kamera zu investieren - nebst diverser Objektive, so nach und nach. Ja, genau. Ich durfte mal mit dem Wunder der Technik Spiegelreflexkamera spielen, und das war eine Offenbarung.

Gestern ging meine xD-Speicherkarte für die Olympus den Bach runter. Sehr ärgerlich, zumal ich doch Fotos machen, Sachen zeigen und so weiter wollte; Wichtiges war nicht drauf, aber trotzdem! Ich möcht’ das zu gerne als Zeichen sehen (kauf’ dir was Neues!), aber da steht ja eine neue Speicherkarte zum neuen System in keinem Verhältnis.

Trotzdem: ein Zeichen. Ganz bestimmt. Sehr bald.

am Mittwoch, den 16. Juni 2010 um 08:19 einsortiert unter feels like home

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Versuchsweise: Buch fertig!

Mich träumte, ich wäre zwecks Lesung in Regensburg. (das wär ja mal was.) Der Traum war ziemlich anstrengend. Also erstmal, erstmal war dieses Buch schon fertiggeschrieben, gesetzt, gedruckt, frisch ausgeliefert wurde es in die Regale der dortigen Buchhandlung einsortiert, stapelweise übrigens. Ich wollte mal einen Blick ins Buch werfen, immerhin hatte ich es noch nicht fertiggeschrieben, und ich war irre neugierig, was ich denn noch reingeschrieben habe oder reinschreiben könnte, wenn ich’s endlich fertig habe. (merkwürdige Infokästen guckten mir entgegen. War nicht mein Buch, so gefühlt.) Über das zeitliche Paradoxon mag ich gar nicht nachgrübeln.

Im Hotel waren derweil 78 Anrufe von Fans aufgelaufen. 78! Ich wollt’ das gar nicht hören, und das sagte ich auch, dass ich doch bitte nicht mehr über Fananrufe informiert werden wolle. (ähem. Ein Hauch Größenwahn war auch mit drin.)

Als ich einer Autorenkollegin davon erzählte, meinte sie bloß: “Typischer Autorentraum.”

Na dann. Ich hab dann mal heute gleich zehn Seiten geschrieben, nicht dass der Traum Wirklichkeit wird.

am Montag, den 14. Juni 2010 um 19:43 einsortiert unter Outremer 1191, Traumperlen, Über das Schreiben ...

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Donnerstag, 10. Juni

Schon morgens um sieben fühlt sich die Welt heiß und klebrig an auf der Haut, und ich bleibe noch ein bisschen liegen, während der Liebste durch die Wohnung geistert. Als er weg ist, gibt’s ein Experiment, frisch der Primadonna entrungen - Espresso Macchiato. Wobei mir einfällt, während ich ihn genieße, dass ich das Angebot, mir noch mal Kaffee von Starbucks mitzubringen, doch hätte annehmen sollen. Italian Roast war spitze, und Espresso Roast riecht jetzt schon so verlockend, dass ich nicht dran vorbei kam. Kenyan war hingegen nicht so ganz mein Fall, aber man kann nicht alles haben.

Vor der allergrößten Hitze gehe ich einkaufen. Ich vergesse immer, dass wir, vom Supermarkt aus betrachtet, auf dem Hügel wohnen, und darum ächze ich verschwitzt den Berg hoch, nachdem ich Köstlichkeiten getankt habe. Natürlich habe ich die Hälfte vergessen. Auf Erdbeeren habe ich erst Hunger, als ich den Kühlschrank einräume und mit dem Muttertier telefoniere. Wenigstens gibt’s Wein, diesen ökologisch überhaupt nicht korrekten, nichtsdestotrotz sauleckeren Weißwein aus Neuseeland, den musste ich wieder bunkern.

Ich pinne den Icarus von den Puzzlematten herunter. Später, beschließe ich, wird er auch fotografiert. Vorher gibt’s Frühstück, es gibt die sieben Seiten von gestern dazu, und einen Cappuccino. Schön, das alles, befinde ich. Quälerei, Kleinklein, alles anstrengend - aber schön.

am Donnerstag, den 10. Juni 2010 um 09:50 einsortiert unter feels like home

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Sonntagsarbeit.

Gehört ja eigentlich verboten. Aber wenn die Mehlschwalben (?) um meinen Balkon sausen, wenn der Wind leicht geht, wenn ich bis zum frühen Nachmittag hier angenehmen Schatten habe, dann gehört Sonntagsarbeit eben nicht verboten.

Emme wächst und gedeiht. So war’s gedacht.

am Sonntag, den 6. Juni 2010 um 12:06 einsortiert unter Outremer 1191, feels like home, Über das Schreiben ...

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Siri Hustvedt über das, was ich gerne Flow nenne:

Während des automatischen Schreibens hat die Person den Eindruck, nicht zu kontrollieren, was sie schreibt. [...] Unter Schriftstellern, würde ich behaupten, ist das nicht ungewöhnlich, sondern ziemlich verbreitet. Wenn mein Schreiben gut läuft, verliere ich oft jedes Gefühl für Komposition; die Sätze kommen, als wären sie nicht von mir gewollt, als wären sie von jemand anderem gemacht. Das entspricht nicht meiner täglichen Arbeitsweise, die mit viel Schinderei, qualvollen Phasen des Stockens und Weitermachens verbunden ist. Aber das Gefühl, dass von mir Besitz ergriffen wurde, tritt im Laufe eines Buchs mehrmals ein, meist in fortgeschrittenen Stadien. Ich schreibe nicht; ich werde geschrieben.

Siri Hustvedt, Die zitternde Frau, S. 81

So wahr. Und so weit von mir entfernt, wie’s grad nur geht.

am Mittwoch, den 2. Juni 2010 um 19:26 einsortiert unter Mit anderen Worten, Outremer 1191, Über das Schreiben ...

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