Sonntag und gestern war ich in Hamburg. Habe erst aus den Feuerfalken gelesen und dann noch ein bisschen Zeit gehabt für dies und das und viel Gespräch mit einem wunderbaren Menschen. Nennen wir sie der Einfachheit halber die Elster, was ich gar nicht despektierlich meine.
Die Elster hat mich begleitet in diesen zwei Tagen Hamburg. War ja sowieso schon der Wahnsinn der Ungeschicklichkeit: Das Telefon im Kofferraum (!) liegen gelassen, nix dabei, alles blöd.
Vonwegen.
Ohne mein Telefon war ich plötzlich ganz locker. Sehr entspannt. Tausendmal entspannter, als ich es mit gewesen wäre. (nur dass ich nicht ständig auf die Uhr gucken konnte, nervte, aber auch konsequent und richtig: die Zeit ließ sich Zeit.)
Gestern Abend dann kam ich heim, richtete mich ein, diesdasjenes. Wieder vereint mit dem Telefon, wieder vereint mit einer Flut an Mails, Forderungen, Wünschen. Und ich merkte: das geht nicht. Ich kann nicht. Und, was vermutlich noch viel wichtiger ist:
Ich will nicht mehr.
Ich will so nicht weitermachen, weil es nicht mir entspricht. Das bin ich nicht. Ich bin die, die den ganzen Tag daheim sitzt und ihre Bücher schreibt und ihre Bücher übersetzt. Und damit so dermaßen glücklich und zufrieden ist, dass es quietscht. Ich bin die, der das sogar genügt.
Ich muss niemandem etwas beweisen. Doch; ich glaubte, ich müsse es mir beweisen, und habe das sehr eindrücklich getan. Nur um jetzt auf der Bremse zu stehen, weil ich schlicht und ergreifend nicht mehr kann. Ich bin mir selbst so verdammt fremd inzwischen.
Ich ändere jetzt was. Es hat mich zwei Wochen angestrengtes Überlegen und Hadern gekostet, aber es wird sich ändern. Manche Kapitel schreibt man neu, schlägt sie auf, und irgendwann ist es auch Zeit, sie zu schließen. Jetzt zum Beispiel schließe ich ein Kapitel. War schön, wäre toll, wenn es noch weiter so bleiben könnte, aber im Moment sehe ich das nicht. Im Moment ist es für mich zu Ende.