Was gut war* am Pfingstwochenende

*sozusagen traditioneller Reflex, damit ich nicht in den Jammermodus verfalle

* die Pizza. Standardgericht in Variation
* Übersetzung fertig. Großes, frohes SEUFZ. (jede Übersetzung wird nach 200 Seiten anstrengend. Diese hier hatte 426.)
* die bonbonpinken, fuchsienfarbenen Zehennägel, die ich mir lackiert habe. (das erste Mal seit JAHREN.)
* endlich Urlaub gebucht zu haben.
* der Samstagnachmittag, den ich schreibend auf dem Balkon verbrachte. Davon bitte in den nächsten Wochen viel, viel mehr.
* ein Gedanke am Rand, aus dem in Nullkommanix eine Geschichte wuchs, die mich zum Heulen bringt. Heulen ist übrigens nicht schlimm. Ist aber auch nicht der absolute Burner, in diesem Kontext aber schon okay. So ein ergriffenes Heulen.
* Brunchen mit dem Liebsten und seinen Eltern
* In den Schlaf gewiegt werden.
* ein Buch ausgelesen haben. 400 Seiten in 5 Tagen. Ja, für mich ist das rasend viel. Für mich in meinem jetzigen Zustand.

Über den Rest hüllen wir verschämt das Mäntelchen. Ist ja auch so schon sehr viel schönes.

Keine Unterschwelle. Versprochen!

Ich weiß, ich weiß. Ich bin auch misstrauisch. Weil das grad so gut funktioniert mit mir, meiner Dekadenz (Mittagsschlaf for the world!), meinem Sport, meiner Gelassenheit. Und auch wenn ich hin und wieder doch jammere, weil mein Körper meint, jeden Tag was neues erfinden zu müssen, womit er mich daran erinnert, dass eben nicht alles pudrig überzuckert ist, bleibt diese Tatsache:

Es. Geht. Mir. Gut.

Ob da nicht unterschwellig irgendwie mitschwingt, dass es mir nicht gut ginge. Je nu. Unterschwellig schwingt da gewiss eine Menge mit, die ich einfach nicht erzählen mag, kann, will oder werde. Weil das nicht hergehört. Das hier ist mein Blog. Es geht um meine Befindlichkeiten. Um das, was ich offen zeigen mag, und nicht um das, was ich vielleicht nur im Gespräch mit Freunden preisgebe. Natürlich gibt es da Unterschiede. Und wenn etwas mitschwingt, dann sind es eher Befreiung von Lasten, Freude über das Erreichte, Freude am Alltag, Freude über viele Kleinigkeiten, die hier schlicht den Rahmen sprengen.

Es geht mir gut.

Das Lesedilemma habe ich anscheinend auch tatsächlich bezwungen. Das aktuelle Buch jedenfalls, Mittwoch gekauft und ich bin schon um Seite 150. Und nachher, nachdem ich noch ein paar Seiten geschrieben habe, nachdem ich noch ein bisschen ferngesehen habe (mit Strickzeug!), nachdem ich mich im Kleopatrabad schrumpelig gebadet habe (mit Buch!), gehe ich (mit Buch!) ins Bett und schlafe tief und fest. Es ist ganz einfach. Mir geht’s gut, und ich finde, darüber darf ich mich jetzt einfach mal freuen. Ja, ich bin ausgelassen. Weil das zuletzt alles so verflixt schwer war. Es ist nicht so viel einfacher, es ist nur so, dass man irgendwann damit klarkommt, wie’s ist. Man arrangiert sich nicht, aber man lebt damit, und man trägt alles mit sich herum und ist mit sich und der Welt im Reinen.

Es geht mir gut. Ohne Einschränkungen, ohne “den Umständen entsprechend”, ohne “aber”. Es geht mir gut. Mein Körper muckt, mein Lesedilemma ist ein kleines Alltagsdrama, die Arbeit ist wie immer ein ordentlicher Berg. Ich hab wunderbare Freunde, die mich bestärken, die für mich da sind. So wie’s jetzt ist, darf’s bleiben für eine Weile. So wie’s jetzt ist, halt’ ich’s sehr gut aus.

Schönwetter-Bloggerin

Was im Moment anscheinend meine Seite des Bloggens ist: bei Schönwetter in Seele, Hirn und allem anderen blogge ich, dass es mir gut geht. Wenn es mir nicht so gut geht – und in den letzten drei, vier Tagen gab’s da so ein, zwei Situationen, da ging’s mir wirklich nicht so besonders – da fange ich vielleicht einen Eintrag an, verwerfe ihn aber nach kurzer Zeit als Draft. Oder öffne ihn zwei Tage später, lese ihn, schüttle müde das Haupt und lösche ihn. Um einen neuen zu schreiben wie diesen hier.

Vielleicht ganz geschickt; so halte ich nur die guten Seiten fest und die schlechten haben überhaupt keine Chance, sich zu manifestieren. Ich kenn’ mindestens zwei Freundinnen, die jetzt ihr weises Haupt nickend und bestätigend auf und ab wippen lassen. Ich hab’ schon verstanden!

Also die guten Seiten.
Ich hab meine Waden in den Griff bekommen! Also, den Tag nicht vor dem Abend, aber: als ich anfing mit dem Laufen, da haben sie schon Kummer gemacht. Und zwar Kummer-Kummer. Ich konnte dehnen, wie ich lustig war, Magnesium nehmen, bis es aus den Ohren wieder raussprudelte, und was haben die Waden gemacht? Nach ein, maximal zwei Kilometern machten sie zu. Autsch! Im ersten Moment denkt man noch, das ist ein Wadenkrampf, dann denkt man nur noch, dass es scheiße ist und aufhören soll. Und zwar schleunigstens, denn die Waden standen als einzige meiner Fitness im Weg. Die Kondition machte sich schneller als der eingerostete Körper. Grmpf.
Jedenfalls: heute hab ich nix davon gemerkt. Nix! Endlich bin ich da, wo ich hin will. Endlich macht mein Körper, was ich von ihm will. Und es macht Spaß, die Laune hebt sich deutlich und alles wird gut.

Was auch gut wird (hoffentlich!), ist das Lesedilemma. Davon hab ich bestimmt schon häufiger erzählt? Ich. Kann. Nicht. Lesen. Nach 10 Seiten kippen die Augen zu, nach 100 Seiten lege ich jedes Buch genervt beiseite, weil ich mit kleinen Lesehappen unglücklich bin. Gestern aber habe ich eins gefunden, bei dem ich heute schon bei Seite 80 bin. Na also! Und die Arbeit geht mir leicht von der Hand, weil ich weiß, dass da ein Buch wartet. Oder eine Laufstrecke.

Wenn jetzt noch das mit den Bildern nicht mehr an meiner Doofheit scheitert, könnte ich mein Leben nicht nur so bunt beschreiben, sondern mit Bildern … ach, lassen wir das. Ist ja so auch ganz schön.

Trödeln für die Geschwindigkeit.

Yay! Ich perfektioniere das Trödeln rund um den Midbookblues! Eigentlich wollte ich Donnerstag wieder mit Schwung ins Manuskript. Und ursprünglich wollte ich ja auch, dass das Buch bis Ende Mai fertig ist. Wie ihr seht, hat beides nicht geklappt. Und das hat ja auch System; ich brauch keinen Druck von außen. Ich brauch es, ordentlich herumzutrödeln, damit der Druck in mir dann mal ordentlich an Fahrt gewinnt. Könnte dann die nächsten Tage soweit sein. Man darf gespannt sein; vermutlich wird es dann wieder überirdisch.

Trödeln hieß heute auch: den halben Tag (ungelogen!) im Bett verbringen. Zwar falle ich frühvogelhaft immerimmerimmer vor acht aus dem Bett, aber nach zwei Stunden Gelangweile habe ich mich wieder dorthin verkrochen; auch, weil ich seit Langem mal wieder Schulterschmerzen hatte. WTF?! Erst dieser ominöse Muskelkater, dann Kopfweh, nun dies? Körper, ich weiß, dass du da bist. Aber wisse du: ich will morgen früh laufen. Und von dir lass ich mich davon mal so gar nicht abhalten. Blödmann!

Irgendwann immerhin fürs Frühstück aufgestanden, eine halbe Stunde später (so gegen eins), aber wieder ins Bett gefallen. Und bis vier gepennt. Kinners, das war herrlich dekadent! Aber auch ein bisschen peinlich. Ich schlaf nämlich neuerdings mittags immer so ein bis zwei Stunden. DAS ist dekadent! Aber ich mag auch nicht undekadent werden. Weil ich nämlich mit sechs bis sieben Nachtstunden, ach rechnet es euch selber aus. Für eine, die im Winter so zwischen fünf und sechs Stunden Schlaf hatte pro Nacht, ist das hier Puderzucker.

Dann hab ich den Crockpot ausprobiert. Hühnerfrikasse! Geschmeckt hat’s schon mal, nur muss ich da noch ein bisschen am Feintuning arbeiten. So ein Crockpot verlangt ja, dass man nicht so viel würzt, was ich getan habe. Ende vom Lied war, dass es mir ein bisschen fad war, und ich bin nun wirklich keine Ziege, die am Salzleckstein hängt. Also erstes Fazit: super Sache, nur muss ich das Kochen mit dem Ding wohl erst lernen. Was ich tun werde; nächste Woche steht Bolognese-Sauce auf dem Programm.

Ansonsten? Still ruht der See. Eine relativ ruhige Woche liegt vor mir, dreimal Laufen im Kalender, ein Haufen soziales Geräusch am Mittwoch. Am Wochenende wollen die Schwiegertiger irgendwas von uns, ich glaube, frühstücken. Das freut vor allem den Liebsten sehr, den Superfrühstücker. (Aber er ist selbst schuld! Ist sich ein Geburtstagsgeschenk für seine Ma gewesen.)

Was ich wieder können will: Lesen. So richtig schön abtauchen. An guten Büchern mangelt’s nicht, ebenso wenig an gutmeinenden Tipps. Trotzdem komm’ ich nicht inne Hufe. Vielleicht gibt’s ja doch Tipps? Ich schlaf beim Lesen im Moment spätestens nach 10 Seiten ein.

Jetzt bin ich müd’. Ich könnt’ noch eine Mail schreiben, aber dann ist Bett angesagt. Finito, Augen zu. Das mit den Schultern ist zu zu zu blöd und zieht schon wieder in die Handgelenke. Ja, man stelle sich hier ein genervtes Schnaufen vor.

Keep calm and carry on!

Ruhig bleiben und weitermachen.

Klappt im Moment die meisten Tage, und wenn’s mal nicht klappt, investiere ich fünf Minuten ins Speedjammern, danach ist meist zumindest die Erkenntnis da, woran es hakt.

Was sich durchsetzt: acht-Stunden-Tage.
Was gar nicht funktioniert: Mehr Fahrt aufnehmen.

Gestern war ein guter Tag. Viel übersetzt (und damit groove ich mich schon auf die Zielgerade ein, juhu!), viel ausgeruht. Ein Buch leergelesen, abends in der Badewanne gelegen, bis ich schrumpelig war. Gelaufen, ich nähere mich tapfer den vier Kilometern ohne Pause. Und zwischendrin war da kurz dieses angenehme Gefühl, dass die Füße gar nicht mehr den Boden berührten. Davon bitte mehr. Und mir fiel etwas in die Hand und ins Herz, und ich weiß: darüber möcht ich schreiben. Irgendwann. Nicht bald, irgendwann.

Noch ein Lernprozess, sozusagen.

Und dann dies:

Das dürfte die Fans meiner Julie-Peters-Bücher freuen. Nächstes Jahr erscheint nicht nur ein Roman von mir (nämlich eine neue Familiensaga), sondern gleich zwei. Eins im Frühling, eins im Herbst (so denn nichts dazwischenkommt). Der zweite Vertrag kam vorgestern, deshalb kann ich das jetzt auch schamlos ausplaudern.

Ich freu mich darüber so sehr. Weil der Verlag toll ist, weil die Bücher wunderschön sind, weil Schreiben das ist, was ich will. Was ich kann. Ich muss mir das immer wieder vorsagen, sonst vergess ich’s irgendwann zwischen all den anderen Aufgaben.

Aber nein: schreiben ist das, was ich immer wollte. Was mich ausmacht. Und ich bin froh, dass es beim Schreiben so wunderbar weitergeht. Und weiter und weiter und weiter.

Ba-Deng!

Und gleich wieder rein in die Vollbremsung.

Ich komm mir vor wie diese Straßenbahnen in dieser meiner Stadt. Wenn da jemand auf die Bremse tritt, rappeln die so, wie ich mich grad fühle.

Kurzfassung: ich bin nach dem heutigen Tag so dermaßen platt!

Langfassung: keine Ahnung, wie’s weitergeht. Ich dachte, ich krieg’s in den Griff. Natürlich ist es was Anderes, wenn man an einem Tag die Pakete packt, die sonst in drei Wochen anfallen. Aber es ist eben doch nicht anders, weil ich sofort in die Erschöpfung galore verfalle. Achtung, Absurdistan: ich war mittags schon so müde, dass ich nicht zur Ruhe kam. Außerdem konnte ich Montag nicht laufen gehen, weil ich mir Sonntag eine Blase gelaufen hab, ich ungeschicktes Kind. Was das mit meiner LAUNE anrichtet, wollt ihr gar nicht wissen.

Ich will mich gar nicht beklagen. Ich will es nur alles wieder einigermaßen auf die Reihe bringen, und das ohne Stress. Das neue Feature – nicht mehr länger als acht Stunden am Tag arbeiten können/wollen und daher gepflegt die Abende auf dem Sofa zu vertrödeln – ist ja ganz angenehm, wirft aber völlig neue Probleme auf. Und nein, ich mach das nicht mit Absicht, dass ich an jeder Ecke ein neues Problem aufgable. Es passiert einfach, und es macht, ehrlich gesagt, wenig Spaß, wenn die Windmühlen, gegen die ich ankämpfen muss, samt und sonders in meinem Kopf stehen.

Sicher könnte ich mich jetzt (23:42!!!) noch zwingen und zwei Stunden arbeiten dranhängen. Ach nein, ich will nicht. Ich will ins Bett, ich will lesen, ich will leben. Ich weiß schon, meine Versuche, etwas zu ändern, sind im Moment zu kurzsichtig und zu halbherzig. Noch drei Gänge runterschalten. Ich laufe immer noch so verflucht hochtourig, dass ich meine Stimme über den Lärm nicht höre.

Ich genieße es, hochtourig zu laufen. Aber das hier ist zu viel für mich. Ich bin nicht mehr belastbar wie früher. Ich schaffe mehr, ja. Aber ich bin auch eher an dem Punkt, an dem ich mich aus dem Spiel nehmen muss, weil ich unendlich müde werde. Und/oder überdrehe. Über die Begleiterscheinungen in allen Belangen könnt’ ich stundenlang erzählen.

Und vermutlich denke ich ohnehin nur heute so, weil heute alles so viel zu viel ist, dass es quietscht. Morgen sieht das anders aus. Und weil ich mich jetzt nicht zwinge, noch zwei Stunden dranzuhängen, sondern bequem ins Bett stiefle, wird morgen ein guter, ein besserer Tag als heute. Wobei der nicht schlecht war. Nur anstrengend, so richtig anstrengend. So “bei Licht mit Buch in der Hand einschlafen können”-anstrengend.

Werde ich wenigstens gut schlafen.

Ich bin bequem geworden!

Ja, genau. Ich, bequem.

Okay, die Elster wird jetzt jubeln, wenn sie das liest. Dass ich so bequem werde, nur weil ich zwei, drei Wochen nicht so an vorderster Front stehe, ist wunderschön. Ich hab heute zwar den Versand für morgen vorbereitet – viel, viel, viel zu tun! – aber den Stress, im Halbdunkeln abends noch die Wolle rauszusuchen, tue ich mir nicht an. Morgen in aller Ruhe. Den ganzen Vormittag hab ich dafür reserviert, meinetwegen auch noch den Nachmittag.

Derweil bin ich beim Schreiben in den allerallerschlimmsten Midbookblues ever gerutscht. Midbookblues ist immer der allerallerschlimmste ever, aber dieser hier ist noch schlimmer als der allerallerschlimmste beim letzten Mal.

Andererseits habe ich den Umgang mit dieser merkwürdigen Midbookblues-Sache ja auch inzwischen gelernt. Er schockt mih nicht mehr! Ich geb dem Buch eine Woche Pause, danach greifen wir wieder an, mit allen schmutzigen Tricks. Einer meiner allerdreckigsten Tricks, gegen die kein Buch bisher bestehen konnte, war der Einsatz der harten Küchenbank und diverser, köstlicher Alkoholika. Okay, das geht an die Substanz, mehr als zweidreimal im Jahr kann ich das auch nicht machen. Aber irgendwie freu ich mich schon drauf, meinen Hintern plattzusitzen. Wäre das Wetter ein bisschen wärmer – was ja hoffentlich bald passiert – könnte ich auch wieder auf dem Balkon swoppern. Das ist bequemer und sogar einen Tacken effektiver.

Bequem sein fühlt sich übrigens gut an. Auf sich hören, auch. Und irgendwann schreib ich auch wieder gehaltvollere Blogeinträge.

Kitchen Myth: Bauernfrühstück

Ich hab’s getan! Nach 14 Jahren, sage und schreibe VIERZEHN Jahren habe ich dem Liebsten heute das erste Bauernfrühstück vorgesetzt. Einen Kitchen Myth, sozusagen, denn ich erzähle ihm seit vierzehn Jahren davon, wie lecker das ist. Und schaffte es genauso lange nicht, es ihm zu servieren. (weil nie Kartoffelreste da waren, weil wir viel zu selten Kartoffeln essen und dann auch gar nie welche übrig behalten. Die kluge Hausfrau sorgt in so einem Fall vor und kocht einfach mehr für den nächsten Tag, aber dass ich keine kluge Hausfrau bin, weiß man ja. (Wollmäuse. What-the?!)

Und als nächstes gibt’s gebratene Nudeln. Auch so ein köstliches Reste-Essen, das uns bisher aus Mangel an Gelegenheiten entgangen ist.