Donnerstag, 10. Juni
Schon morgens um sieben fühlt sich die Welt heiß und klebrig an auf der Haut, und ich bleibe noch ein bisschen liegen, während der Liebste durch die Wohnung geistert. Als er weg ist, gibt’s ein Experiment, frisch der Primadonna entrungen - Espresso Macchiato. Wobei mir einfällt, während ich ihn genieße, dass ich das Angebot, mir noch mal Kaffee von Starbucks mitzubringen, doch hätte annehmen sollen. Italian Roast war spitze, und Espresso Roast riecht jetzt schon so verlockend, dass ich nicht dran vorbei kam. Kenyan war hingegen nicht so ganz mein Fall, aber man kann nicht alles haben.
Vor der allergrößten Hitze gehe ich einkaufen. Ich vergesse immer, dass wir, vom Supermarkt aus betrachtet, auf dem Hügel wohnen, und darum ächze ich verschwitzt den Berg hoch, nachdem ich Köstlichkeiten getankt habe. Natürlich habe ich die Hälfte vergessen. Auf Erdbeeren habe ich erst Hunger, als ich den Kühlschrank einräume und mit dem Muttertier telefoniere. Wenigstens gibt’s Wein, diesen ökologisch überhaupt nicht korrekten, nichtsdestotrotz sauleckeren Weißwein aus Neuseeland, den musste ich wieder bunkern.
Ich pinne den Icarus von den Puzzlematten herunter. Später, beschließe ich, wird er auch fotografiert. Vorher gibt’s Frühstück, es gibt die sieben Seiten von gestern dazu, und einen Cappuccino. Schön, das alles, befinde ich. Quälerei, Kleinklein, alles anstrengend - aber schön.
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