Und ich sag immer: „Duschen hilft!“

Eigentlich war das gestern nicht so geplant, also die Abendgestaltung. Ich war müde, ich beschloss, einfach schon um zehn unter die Dusche zu gehen und dann auch bald ins Bett.

Der Plan klingt gut, oder?
Tja …

Das Problem war das Duschen. Das ist normalerweise kein Problem, also, auch nicht mal ein „Problem“, aber gestern stand ich unter der Dusche, wusch mir den Schokoplätzchenduft von der Haut, und zack, da war’s. Die Anfangssequenz für den Roman, um den ich jetzt schon seit Monaten, nein, seit einem Jahr ringe. Erst war keine Zeit dafür da, dann keine Ruhe, und irgendwann gibt man auf, wenn beides nicht kommen mag, oder man verschiebt das Projekt, bis es eben passt.

Ich stieg aus der Dusche, zog mich wieder an, setzte mich ins Arbeitszimmer und schaltete den PC ein. Die Finger auf die Tatstatur gelegt, aber da ging’s schon los. Es fiel geradezu aus mir heraus, als habe mein Unterbewusstsein jetzt lange genug darüber nachgedacht, was es erzählen will, jetzt musste es schleunigst raus.

Natürlich kam da erstmal Dreck raus. Erstens habe ich seit vier Monaten kein Wort Prosa geschrieben (Übersetzungen zählen nicht), und zweitens sind die ersten 80 bis 100 Seiten bei mir immer Dreck, vermischt mit dem, was es später werden könnte. Was unweigerlich dazu führte, dass ich mich auch darüber freute wie ein Irrwisch, weil ich sonst immer sehr großer Verfechter erster Versionen bin, an denen man vielleicht noch ein bisschen herumpolieren muss. Nein! Hier darf ich voll viel polieren, und das ist wunderbar so, ich hab da nämlich große Lust drauf. Vor allem so formale Fragen, wie zum Beispiel: darf ich so viel in Klammern setzen? Darf ich so viele Gedankenstriche setzen? Passt der Text trotzdem? Die muss ich erstmal für mich beantworten, ehe ich den Text dann mal meinen lieben Freundinnen vorlege, damit sie ihn lesen. Und hoffentlich, hoffentlich mögen sie ihn!

Und hoffentlich, ja. Hoffentlich war das kein Zucken für einen Tag. Ich will mehr davon. Viel mehr.

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