Was im Moment anscheinend meine Seite des Bloggens ist: bei Schönwetter in Seele, Hirn und allem anderen blogge ich, dass es mir gut geht. Wenn es mir nicht so gut geht – und in den letzten drei, vier Tagen gab’s da so ein, zwei Situationen, da ging’s mir wirklich nicht so besonders – da fange ich vielleicht einen Eintrag an, verwerfe ihn aber nach kurzer Zeit als Draft. Oder öffne ihn zwei Tage später, lese ihn, schüttle müde das Haupt und lösche ihn. Um einen neuen zu schreiben wie diesen hier.
Vielleicht ganz geschickt; so halte ich nur die guten Seiten fest und die schlechten haben überhaupt keine Chance, sich zu manifestieren. Ich kenn’ mindestens zwei Freundinnen, die jetzt ihr weises Haupt nickend und bestätigend auf und ab wippen lassen. Ich hab’ schon verstanden!
Also die guten Seiten.
Ich hab meine Waden in den Griff bekommen! Also, den Tag nicht vor dem Abend, aber: als ich anfing mit dem Laufen, da haben sie schon Kummer gemacht. Und zwar Kummer-Kummer. Ich konnte dehnen, wie ich lustig war, Magnesium nehmen, bis es aus den Ohren wieder raussprudelte, und was haben die Waden gemacht? Nach ein, maximal zwei Kilometern machten sie zu. Autsch! Im ersten Moment denkt man noch, das ist ein Wadenkrampf, dann denkt man nur noch, dass es scheiße ist und aufhören soll. Und zwar schleunigstens, denn die Waden standen als einzige meiner Fitness im Weg. Die Kondition machte sich schneller als der eingerostete Körper. Grmpf.
Jedenfalls: heute hab ich nix davon gemerkt. Nix! Endlich bin ich da, wo ich hin will. Endlich macht mein Körper, was ich von ihm will. Und es macht Spaß, die Laune hebt sich deutlich und alles wird gut.
Was auch gut wird (hoffentlich!), ist das Lesedilemma. Davon hab ich bestimmt schon häufiger erzählt? Ich. Kann. Nicht. Lesen. Nach 10 Seiten kippen die Augen zu, nach 100 Seiten lege ich jedes Buch genervt beiseite, weil ich mit kleinen Lesehappen unglücklich bin. Gestern aber habe ich eins gefunden, bei dem ich heute schon bei Seite 80 bin. Na also! Und die Arbeit geht mir leicht von der Hand, weil ich weiß, dass da ein Buch wartet. Oder eine Laufstrecke.
Wenn jetzt noch das mit den Bildern nicht mehr an meiner Doofheit scheitert, könnte ich mein Leben nicht nur so bunt beschreiben, sondern mit Bildern … ach, lassen wir das. Ist ja so auch ganz schön.
Besser als diejenigen, die ihr Blog als seelische Müllhalde nutzen und immer nur dann schreiben, wenn es ihnen mies geht.