Ich weiß, ich weiß. Ich bin auch misstrauisch. Weil das grad so gut funktioniert mit mir, meiner Dekadenz (Mittagsschlaf for the world!), meinem Sport, meiner Gelassenheit. Und auch wenn ich hin und wieder doch jammere, weil mein Körper meint, jeden Tag was neues erfinden zu müssen, womit er mich daran erinnert, dass eben nicht alles pudrig überzuckert ist, bleibt diese Tatsache:
Es. Geht. Mir. Gut.
Ob da nicht unterschwellig irgendwie mitschwingt, dass es mir nicht gut ginge. Je nu. Unterschwellig schwingt da gewiss eine Menge mit, die ich einfach nicht erzählen mag, kann, will oder werde. Weil das nicht hergehört. Das hier ist mein Blog. Es geht um meine Befindlichkeiten. Um das, was ich offen zeigen mag, und nicht um das, was ich vielleicht nur im Gespräch mit Freunden preisgebe. Natürlich gibt es da Unterschiede. Und wenn etwas mitschwingt, dann sind es eher Befreiung von Lasten, Freude über das Erreichte, Freude am Alltag, Freude über viele Kleinigkeiten, die hier schlicht den Rahmen sprengen.
Es geht mir gut.
Das Lesedilemma habe ich anscheinend auch tatsächlich bezwungen. Das aktuelle Buch jedenfalls, Mittwoch gekauft und ich bin schon um Seite 150. Und nachher, nachdem ich noch ein paar Seiten geschrieben habe, nachdem ich noch ein bisschen ferngesehen habe (mit Strickzeug!), nachdem ich mich im Kleopatrabad schrumpelig gebadet habe (mit Buch!), gehe ich (mit Buch!) ins Bett und schlafe tief und fest. Es ist ganz einfach. Mir geht’s gut, und ich finde, darüber darf ich mich jetzt einfach mal freuen. Ja, ich bin ausgelassen. Weil das zuletzt alles so verflixt schwer war. Es ist nicht so viel einfacher, es ist nur so, dass man irgendwann damit klarkommt, wie’s ist. Man arrangiert sich nicht, aber man lebt damit, und man trägt alles mit sich herum und ist mit sich und der Welt im Reinen.
Es geht mir gut. Ohne Einschränkungen, ohne “den Umständen entsprechend”, ohne “aber”. Es geht mir gut. Mein Körper muckt, mein Lesedilemma ist ein kleines Alltagsdrama, die Arbeit ist wie immer ein ordentlicher Berg. Ich hab wunderbare Freunde, die mich bestärken, die für mich da sind. So wie’s jetzt ist, darf’s bleiben für eine Weile. So wie’s jetzt ist, halt’ ich’s sehr gut aus.
Die Elster freut und freut sich! Genau das meinte ich! Immer wieder das “Gut”-Töpfchen auffüllen. Davon wird das “Schlecht”-Töpfchen zwar nicht leerer, aber das Gute immer voller und schwerer und bedeutender und dann brauchst Du einen Topf und irgendwann ein Fass. Eine Fokus-Verschiebung, die mit der Zeit immer leichter wird. Durch Üben, wie bekannt. :-)))