Mein Zimmer. (1)

Es gibt in diesem Haus zwei Arbeitszimmer, eins für den Liebsten, eins für mich.

Heute stand ich mittags in meinem Zimmer. Es ist nie das ordentlichste gewesen, und zuletzt sah’s eher so aus, als hätte eine Bombe aus Wollsträngen, Büchern, Papieren und KRAM eingeschlagen. Ich fühlte mich davon überrollt. Nie besonders ordentlich gewesen zu sein, erwies sich gerade in den letzten Wochen und Monaten als interessanter Wesenszug. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mein Zimmer also. Ich breitete dort, wo eine halbwegs freie Fläche war, den Muschelquilt aus, der mir so lieb und teuer ist. Vierfach gelegt ist er schön weich. Darauf lag das Baby und gluckste fröhlich, während ich um es herum Kisten schob, Wolle sortierte, Bücher im Regal stapelte, mit dem Liebsten über die nächsten Schritte redete, Kästen leerte und in den Abstellraum trug, Schokolade fand (abgelaufen, aber vielleicht noch gut?), eine ganze Mülltüte mit unnützem Scheiß wegwarf und nach einer knappen Stunde mit einem Raum belohnt wurde, der noch weit von meinem Traum von Ordnung entfernt ist, sich aber immerhin schon auf dem Weg dorthin befindet.

Auf dem Schreibtisch stapeln sich im Moment viele Dinge, die noch einen neuen Platz suchen – nebst vielen wichtigen Unterlagen und Dokumenten, die in den kommenden Tagen sortiert und in Ordnern abgelegt werden müssen. Schritt zwei dann. Es folgt Schritt drei: alle Ecken saugen und putzen. Schritt vier, eventuell noch im Oktober: die Kisten aus dem Zimmer und mein privater Stash dafür ins große Fünfmalfünfregal (wie hießen noch die alten von IKEA? Die quadratisch-großen, ihr wisst schon … Nicht Kallax, der Vorgänger halt.). Danach Schritt fünf: Bücher sortieren.

Ja, ich habe zu viele Bücher. Einen Teil werde ich versuchen, über Momox oder Rebuy zu verkaufen, einen Teil aber werde ich dort nicht los. Was mach ich denn damit? Verschenken, klar. An wen? Es sind teils sehr spezielle Fachbücher zu historischen Themen (Mittelalter, Wikinger, Studienbücher) und zum Schreiben. Dramaturgie, Bücher vom Autorenhaus-Verlag, alte Duden, uralte Wörterbücher … Mein ganzes professionelles Wissen wird einmal auf den Kopf gestellt.

Am Ende – und ich ahne, das wird erst Anfang nächsten Jahrs zu schaffen sein – werde ich zwei Billys rauswerfen (jemand Interesse an Birke-Billys, 80 cm breit in Bielefeld?), das fünfmalfünf an die Wand hinter der Tür stellen und an den Platz, wo es vorher stand, ein Bettsofa stellen. Ruheplatz für die Schriftstellerin, Schlafplatz für Besucher.

Und bis dahin ist alles hoffentlich so geordnet und gerichtet, dass es mir der neue Schreibplatz wird. Jawohl. Mein Zimmer ist aktuell nicht *mein* Zimmer, ich kann dort nicht arbeiten. Und das soll sich bitte ändern, denn der Raum ist so wunderschön. Fotos folgen! Ich habe sogar welche gemacht, wie’s vorher war. Und jetzt schon nicht mehr ist. (hurra!)

3 Gedanken zu „Mein Zimmer. (1)

  1. Oh, das klingt spannend! Ich würde gern Photos sehen.
    Das Regal wird ein Expedit sein. ;-)
    Wenn Du Mittelalter und Wikinger Bücher aussortierst,hätte mein Mann vielleicht Interesse. (Echt!)
    Wie stellst Du Dir Dein Zimmer am Ende vor? Ich liebe solche Umräum-Renovierungs-Aktionen. Ich fühle mich danach immer wie neu. Du auch?
    Liebe Grüße!

    • Expedit, genau!
      Bei den Büchern werde ich zumindest MA und Wikinger sicher hier reinstellen, vll auch ein wenig Belletristik.
      Ich fühlte mich schon nach dem bisschen Räumen richtig gut. Wie das wohl wird, wenn’s fertig ist … Ich hab Fotos vom Vorher gemacht und werde das Nachher auch dokumentieren.

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