Loslassen. (2)


Jetzt musst du mal auf eine andere Ebene. Und das geht nur mit: Loslassen.

Loslassen. Als wär’s meine leichteste Übung. Als wär’s nicht – ebenso wie Geduld! – eines der Dinge, die sich immer gegen mich sperren, die so unbequem sind, weil sie so schwer zu erlernen sind.

Aber ich bekam es heute quasi wieder auf dem Silbertablett. Ich meine, wer macht das schon, am Montag nach der Buchmesse zwei Mails in die Verlagswelt an unterschiedliche Adressen zu senden? Ich glaube, unbewusst dachte ich: Wenn da jetzt auf Anhieb nix kommt, isses ja kein Wunder, weil letzte Woche Buchmesse war. Die stehen doch jetzt alle zu mit Arbeit. Und dann die Überraschung: beide Male kamen Antworten innerhalb von nicht mal einer Stunde.

Ja, ich haderte zuletzt sehr; ich wusste nicht, wohin mit mir, meiner wirtschaftlichen Unsicherheit, meiner Ideenflut, mit alledem. Ich weiß es jetzt auch nicht. Und der Satz, der mir da heute entgegen flog, der löst auch nicht von jetzt auf gleich, in wenigen Sekunden, all meine Probleme. Der bohrt sich noch tiefer rein in mein ganzes Suchen, Streben, Hadern, Ringen. Er macht nicht von heute auf morgen alles wieder gut; im Gegenteil. Er verspricht mir etwas, von dem ich gedacht habe, ich hätte es mir längst abtrainiert durch, tja, Auftragsarbeiten und Genreliteratur. Lauert da noch was, unter diesen Sedimentschichten? Kann ich die nach und nach abtragen, bis etwas zum Vorschein kommt, das so viel mehr meinem Wesen entspricht?

Und heißt das, dass alles in den letzten Jahren „falsch“ war? Sicher nicht. Aber was heißt es für das, was ich im Moment mache?

Loslassen. Und dann: mich öffnen. Für die Geschichten, die erzählt werden müssen und nicht nur wollen oder gar können

Wie’s scheint, wird’s nicht leichter. Aber wer hätte das schon gewollt …

Ein Gedanke zu „Loslassen. (2)

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