Family Heirloom. (38)

Es gibt Dinge, die hebt man auf, man gibt sie vielleicht irgendwann an die Kinder und Enkel weiter, weil sie schön sind. Weil sie einen Wert haben, der eben übers rein Materielle hinausgeht. Dinge, die zum Teil der Familiengeschichte werden, an die man sich gerne erinnert. Das können einfache Dinge sein, Bücher (!), es können Dinge sein, die geschenkt werden oder Dinge, die jemand selbst gemacht hat.

Heute zog in unseren Haushalt so ein Family Heirloom ein.
Schon vor gut zwei Jahren hat das Muttertier einen Quilt geplant, damals für Jacob. Sie hatte sogar schon den Stoff gekauft, bevor dann alles ganz anders kam und ich für meinen Sohn nur eine kleine Decke strickte, in aller Eile, die wir ihm mit auf die Reise gaben. Die beiden Tücher, die ich aus dem Rest strickte, gehören seither auch zu unseren Family Heirlooms.

Bei meiner zweiten Schwangerschaft habe ich lange gezögert, überhaupt etwas zu kaufen, und die Babydecke habe ich erst gestrickt, als ich im Mutterschutz war. Und auch da fiel es mir schwer. Babysachen kaufen? Puh! Und so ähnlich erging es wohl auch meiner Mutter, denn sie hat mit dem Quilt nicht vor der Geburt angefangen. Darum hat es eben ein bisschen länger gedauert – aber das Warten hat sich gelohnt.

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Besonders schön finde ich, dass sie Stoffe eingenäht hat, die schon eine „Bedeutung“ in der Familie haben. Der dünne cremefarbene Streifen? Unser Hochzeitsquilt. Die kleinen roten Blöcke? Ebenfalls. Die orangen Blöcke? Vom Hochzeitsquilt ihrer Tante. Der Hintergrund der Eule? Reste eines Quilts, den meine Mutter zu ihrem 50. genäht hat. Die Rückseite (von der ich kein Bild habe) ist ein Stoff, den sie damals schon für Jacob gekauft hatte.

Und ich finde diesen Quilt so wunderschön! Das Möttchen mag ihn auch sehr gern, sie hat den Nachmittag schon darauf eifrig geturnt.

Und zum Thema Familienerbstücke noch dies: Ihre Tante hatte die wunderbare Idee, das Babymädchen zukünftig mit Holzfiguren von den Buntspechten zu beschenken. Diese Idee finde ich sooo schön! Auch diese Figuren haben für mich das Zeug zu jenen wertvollen Dingen, die man immer schätzt und die ins Familiengedächtnis eingehen – kein Wunder also, dass das Thema gerade jetzt passt, es ist wieder eine dieser Synchronizitäten …

Ich habe ja schon insgeheim mit der Weihnachtskrippe dort geliebäugelt, aber heute bot mir meine Mutter auch noch die Krippe meiner Kindheit an … Family Heirloom, in der Tat!

Und morgen erzähle ich euch dann, welch gewaltiges Häkelprojekt ich vorhabe – und wie ich schon bei den Grundlagen das Internet leergoogeln muss, weil ich offenbar alles, was ich mal häkeln konnte, konsequent verlernt habe. Oder ich erzähle euch, wie grandios der King war, denn hurra – ich habe ihn ausgelesen!!!

2 Gedanken zu „Family Heirloom. (38)

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